Ein Vierteljahrhundert gelebte Ökumene

Anne Claas von der evangelische Gemeinde und Hubert Reckmann von der katholische Gemeinde.
Anne Claas von der evangelische Gemeinde und Hubert Reckmann von der katholische Gemeinde.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Traditionelles Sommerfest auf dem Gelände von Haus Theresia ist sichtbarstes Zeichen des Miteinanders von Evangelen und Katholen in Bredenscheid. An diesem Wochenende findet die Jubiläumsfeier statt.

Hattingen..  Sie sind miteinander auf den Sohlen, die Gläubigen der ev. Kirchengemeinde Bredenscheid-Stüter und des Kirchortes St. Mariä Empfängnis der kath. Großpfarrei St. Peter und Paul. Und dies bereits seit einem Vierteljahrhundert. Sichtbarstes Zeichen für ihre gelebte Ökumene ist dabei das alljährliche Sommerfest, dessen 25. Auflage an diesem Wochenende stattfindet. Zwei Tage, die einmal mehr Gelegenheit bieten für Begegnungen.

Die Ursprünge des ökumenischen Sommerfestes reichen dabei zurück bis in die Zeit, als in Bredenscheid auf der Seite der Evangelen noch Pfarrer Gerd Rohde tätig war und in St. Mariä Empfängnis Pater Edmund Strauch. „Wir beide hatten stets einen guten Draht zueinander“, erinnert sich Rohde. Und dass bei einem ihrer zahlreichen Gespräche schließlich die Idee geboren wurde, „auch einmal gemeinsam eine Feier zu veranstalten“.

Gedacht, gemacht – und auch von den Gläubigen sogleich für gut befunden. Mehr noch: Die ökumenische Mitmach-Bewegung wuchs rasch, schon bald wurde den Sommerfest-Organisatoren klar: Es wird auf dem Vorplatz von St. Mariä Empfängnis zu eng. Seit Mitte der 1990er Jahre findet die Veranstaltung nun auf dem Haus-Theresia-Gelände statt, auch die Ordensschwestern beteiligen sich am Fest.

Symbolisch passt es dabei bestens ins Bild, dass der bis dato Open Air veranstaltete Gottesdienst seither ausgerechnet im Gewächs-Haus gefeiert wird – zumal das ökumenische Sommerfest die Zusammenarbeit zwischen Bredenscheids Evangelen und Katholen auch in anderen Bereichen beflügelt hat. So erinnern Anne Claas, Küsterin der Wichernkirche, und Hubert Reckmann vom Kirchort St. Mariä Empfängnis an gemeinschaftliche Sternsinger-Aktionen und Martins-Feiern. Schon vor Jahren haben beide Seiten darüber hinaus zusammen zwei Festzelte angeschafft, laden zudem regelmäßig zu einer ökumenischen Herbst-Wanderung ein, auch die Frauentanzgruppe „Kreuz & quer“ ist aus der ökumenischen Zusammenarbeit erwachsen. Und noch heute treffen sich engagierte Frauen und Männer von der Wichernkirche und von St. Mariä Empfängnis, um sich auszutauschen über das Thema „Christsein in Bredenscheid“. Allen großen strukturellen Veränderungen innerhalb beider Kirchen zum Trotz.

„Wir müssen“, betont Hubert Reckmann, „uns nicht besonders quälen, um uns immer wieder zusammenzubringen.“ Der sich auch, was die Zukunftswünsche in Sachen Bredenscheider Ökumene betrifft, mit Anne Claas einig ist: „Es wäre schön, wenn man uns Gläubige hier auch weiterhin zusammenarbeiten lässt.“