Ein Viertel weniger Lebensmittel für die Tafel

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Überschuss in Geschäften sinkt. Geldspenden fehlen für laufenden Betrieb.

Hattingen.. Die Anzahl der Menschen, die Fleisch und Wurst, Brot, Obst und Gemüse, Milch, Butter oder Joghurt von der Tafel brauchen, ist nicht kleiner geworden. Die Zahl der Lebensmittelspenden dagegen schrumpft. Um wie viel genau, kann Jürgen Sotzek, Geschäftsführer der Tafel, nicht genau sagen. Er schätzt aber, dass es 20 bis 30 Prozent weniger sind, die er und seine Helferinnen und Helfer verteilen können im Vergleich zum Zeitraum von vor etwa zwei bis vier Jahren.

„Das ist halt so“, kommentiert er die Lage, die nicht deshalb so ist, weil die abgebenden Händler knausern. Es wird weniger, weil die Logistik besser geworden ist und die Geschäfte möglichst viele ablaufende Lebensmittel selbst günstiger zu verkaufen versuchen, ehe sie zur Tafel gehen. „Überall gibt es Ecken mit Produkten, deren Preis um 50 Prozent reduziert ist“, so Sotzek. „Die Läden müssen auch haushalten.“ Dass bestimmte Warengruppen knapp werden, kann er nicht sagen. Es wird generell weniger. Die Konsequenz: Steht viel zur Verfügung, kann viel abgegeben werden. Ist es knapp, gibt’s weniger. „Das ist ein Tagesgeschäft“, sagt der Geschäftsführer der Tafel.

Zwischen 400 und 600 Haushalte versorgt die Tafel im Monat. Mit dem, was Rewe, Aldi, Lidl, Kaisers und andere, Metzgereien und Bäckereien, zwischen 30 und 40 Spender, zur Verfügung stellen. Bei den Abnehmern sind „sehr viele Flüchtlinge dazugekommen“, sagt Sotzek. Andere sind weggeblieben. Immer seltener kommen Geldspenden, die für Miete, Autos, Versicherungen, den laufenden Betrieb nötig sind. Bleiben sie aus, können keine Lebensmittel verteilt werden. Die gibt’s täglich an der Nordstraße. Die Tafel ist aber auch in Heilig Geist, Welper und Haßlinghausen aktiv und in zwei Kitas im Monat mit Frühstück.