Ein Segen für den Tourismus

Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Ruhrtal-Radweg ist auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Erfolgsmodell. Der Übernachtungsgast lässt im Durchschnitt rund 75 Euro in Hattingen.

Hattingen..  Nicht nur Altstadt, Henrichshütte und Burg Blankenstein locken Touristen nach Hattingen. Mit dem Ruhrtalradweg ist in den letzten neun Jahren ein wichtiger Anziehungspunkt hinzugekommen, der Jahr für Jahr mehr Radtouristen anlockt. Von dieser Entwicklung profitieren nicht zuletzt auch Hotel- und Gastronomiegewerbe.

„Für uns ist der Ruhrtalradweg ein Erfolgsmodell und grade aus touristischer Sicht ein absoluter Segen“, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführer Georg Hartmann und ergänzt: „Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Radtouristen anrufen.“ So gingen täglich durchschnittlich drei Übernachtungswünsche ein, wobei die meisten Anreisenden aus dem Sauerland, dem Bergischem und vom Niederrhein kommen, insgesamt aber reisen sie aus ganz Deutschland und den Niederlanden an. „Es kommt nicht selten vor, dass alles ausgebucht ist“, erklärt Hartmann. Der Wirtschaftsförderer arbeitet mit zwölf Hotels zusammen, darunter expliziten Partnerbetrieben.

„Der Markt hat natürlich längst auf die Entwicklung reagiert. So haben viele auch die Unterbringung von Fahrrädern eingerichtet“, weiß Hartmann. „Abgesehen vom Kulturhauptstadt-Jahr 2010 sind die Übernachtungszahlen kontinuierlich gestiegen“, verrät er, bezeichnet auch den aktuellen Jahresverlauf als Erfolg.

Melanie Wolinski vom Ruhrtourismus-Verband bestätigt Hartmanns Einschätzung, sie zählt Hattingen zu den beliebtesten Städten am Ruhrtalradweg. Schließlich sei die Stadt mit 22,8 Prozent der am dritthäufigsten gewählte Übernachtungsort der 31 am Ruhrtalradweg gelegenen Städte – nach Arnsberg und Essen. Die Altstadt werde im offiziellen Ruhrtourismus-Guide als eines von 15 Highlights herausgestellt und mit der Einschätzung „Romantik meets Industriekultur“ hervorgehoben. „Grade der Teilabschnitt von Schwerte bis nach Essen ist besonders schön, weil er so naturbelassen ist. Hier profitiert Hattingen davon, dass es ziemlich genau in der Mitte liegt“, meint Hartmann.

Doch nicht nur die direkten Nutzer des 230 Kilometer langen Ruhrtalradwegs, sondern auch „Trassen-Hopper“ von benachbarten Radwegen wie Ruhr-zu-Ruhr-Radweg oder Nordbahntrasse lassen Geld in Hattingen. „Natürlich ist das auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor“, weiß Hartmann und hebt hervor, dass der Radtourismus den hiesigen Betrieben jährlich rund eine Million Euro einbringe. „Jeder Tagesgast gibt im Schnitt 14,20 Euro aus, ein Übernachtungsgast 75,60 Euro“, rechnet Wolinski vor.

So würden neben Hotels und Gastronomien auch Einzelhändler profitieren und letztlich Arbeitsplätze gesichert werden.