Ein Leben mit Musik, Sport und Malerei

Fred Raeck
Fred Raeck
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Was wir bereits wissen
Tausendsassa Fred Raeck ist in vielen Kunstbereichen aktiv. Der Niederbonsfelder bereichert die Kulturszene als Trompeter, Sänger, Musikpädagoge, Sportler und Renaissance-Maler.

Hattingen..  Den meisten Hattingern ist er als Musiker und Gründer der Winzermärker Plästerband bekannt, während er sich in seiner Stammkneipe „Zum Lindenhof“ unlängst als Maler einen Namen gemacht hat. „Dabei sehe ich mich doch eigentlich eher als Sportler“, überrascht Fred Raeck mit seiner Vielseitigkeit.

Der 79-jährige Niederbonsfelder ist eben in vielen Bereichen aktiv und hierzulande bekannt wie ein bunter Hund. „Ich denke, dass ich im Laufe der Zeit so einiges bewirken konnte“, resümiert der „Sport-Kunst-Musiker“. Bis zu ihrer Auflösung im Vorjahr war Raeck Trompeter und musikalischer Leiter der Plästerband. 1991 hatte der Tausendsassa die beliebte Dixieland-Jazzband ins Leben gerufen. „Ich war es leid, immer nach Mülheim fahren zu müssen“, erzählt Raeck, dass er die Gruppe bewusst als „Band der kurzen Wege“ ins Leben gerufen hat. „Wir hatten bis zu 40 Auftritte im Jahr, haben beim Spreewaldfest sogar auf der Spree gespielt“, schmunzelt der pensionierte Oberstudienrat. Dabei sollte dieses Engagement ursprünglich nur als Ausgleich zur Mülheimer „Ruhr-River-Jazzband“ dienen. Auch dort war der Trompeter musikalischer Leiter und hat sich den am klassischen New-Orleans-Jazz angelehnten Kompositionen gewidmet.

„Wir sind in der ganzen Welt herumgereist, waren in Helsinki, St. Petersburg und der DDR. Dort hatte der Dixieland-Jazz einen höheren Stellenwert als bei uns“, erinnert sich der Musiker. Nachdem man Zu- und Abhöre“ 1988 erstmals überzeugen konnte, folgten weitere DDR-Auftritte, darunter am Tag des Mauerfalls. Beruflich war Raeck für das Gymnasium an der Waldstraße tätig. Dort war er nicht etwa als Musikpädagoge, sondern als Lehrer für Sport und Latein angestellt. Neben besonderem Sportengagement für Rudern, Tennis und Skifahren bereicherte er fortan auch die Musikerziehung der Schule. „Der damalige Musikunterricht war nämlich komplett ohne moderne Musik abgelaufen“, blickt Raeck zurück.

Mit Gründung einer Jazz-AG und später der Goodtime-Jazzband, die ehemalige Schüler mit einbezog, entwickelte sich eine Erfolgsstory, die talentierte Musiker wie Gitarrist Bernd Wolf, Musikprofessor Rüdiger Schild und Marcus Gloria („Bochum total“) hervorbrachte. Seine eigene Liebe für den Jazz entwickelte Raeck während seiner Studienzeit, als der „Schalker Jung“ mit Gründung der „Jazz-Galerie“ auch seiner Heimatstadt Gelsenkirchen ein musikalisches Denkmal setzte, das heute noch Bestand hat.