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Ein langer Weg bis zur Genehmigung

11.03.2016 | 19:00 Uhr
Ein langer Weg bis zur Genehmigung
Malihe RezaeeFoto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Gerade noch rechtzeitig haben die Behörden der 30-jährigen Iranerin Malihe Rezaee bewilligt, als Flüchtlingshelferin für den ASB in der Turnhalle an der Talstraße arbeiten zu können.

Der Regionalverband Ruhr im Arbeiter-Samariter-Bund möchte Malihe Rezaee (30) ab der kommenden Woche gern als Flüchtlingsbetreuerin in der Turnhalle an der Talstraße beschäftigen, und die aus dem Iran geflüchtete junge Frau möchte diesen Job. Seit Donnerstag nun dürfen beide Seiten aufatmen: Die Behörden haben das erforder­liche Okay erteilt. Gerade noch rechtzeitig.

Sie sei „sehr glücklich“, sagt Malihe Rezaee, dass sie endlich in Deutschland arbeiten könne. Denn die in Hattingen lebende Frau – eine gelernte Flugbegleiterin, die ihre Heimat im Sommer 2014 verlassen hat, um sich weiteren Repressalien der iranischen Regierung aufgrund ihrer politischen Gesinnung zu entziehen – möchte sich hier ein neues Leben aufbauen – mit selbst verdientem Geld. „Ich kann arbeiten und ich will arbeiten“, betont sie in fast perfektem Deutsch.

Allein: Genau das ist für Menschen wie sie nicht immer leicht. Das Gesetz schreibt vor, dass sich Malihe Rezaee, die hier mit einer so genannten Aufenthaltsgestattung lebt, für jede Arbeit zunächst das Okay der Ausländerbehörde in Schwelm einholen muss. Zudem muss die Agentur für Arbeit in Duisburg zustimmen. Vor der Erteilung einer Arbeitsgenehmigung erfolgt dabei eine so genannte Vorrangprüfung - im Fall von Malihe Rezaee geht es um die konkreten Arbeitsbedingungen im jeweiligen Job.

Ein solches Prüfverfahren kann dauern. So hat allein die Agentur für Arbeit in Duisburg für die Bearbeitung einer Beschäftigungsanfrage 14 Tage Zeit, sagt Sprecherin Sabine Hanzen-Paprotta, die Ausländerbehörde in Schwelm gar keine gesetzlich vorgeschriebene Frist. Eine Beschäftigung im Vorweihnachtsgeschäft, die die Inhaberin eines Getränke- und Feinkostladens in der Hattinger Altstadt Malihe Rezaee nach eintägiger Probearbeit Anfang Dezember in Aussicht stellte, scheiterte denn auch an diesem Prozedere, das sich aufgrund von Personalwechsel in der Ausländerbehörde damals noch zusätzlich verzögerte. Zudem überzog die Arbeitsagentur ihre Bearbeitungsfrist um zwei Tage. Erst Mitte Februar, sagt Malihe Rezaee, habe sie Bescheid darüber erhalten, dass sie die Stelle in dem Hattinger Geschäft annehmen dürfe, „da hatte sich diese Arbeit längst erledigt“.

Dieses Mal scheint es zu klappen mit einer Arbeit für Malihe Rezaee: Ausländerbehörde und Arbeitsagentur haben ihren am 25. Februar im Schwelmer Kreishaus eingegangenen Antrag auf Einstellung als Flüchtlingsbetreuerin beim ASB genehmigt. Von Dienstag an bis zum 31. August, wenn die Notunterkunft für Flüchtlinge an der Talstraße aufgelöst werden soll, will der Betreuungsverband sie dort beschäftigen.

Sabine Kruse

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2016-03-11 19:00
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