Eiger-Nordwand im Hügelland
06.11.2007 | 19:05 Uhr 2007-11-06T19:05:26+0100In seinem Anderl-Heckmair-Stüberl an der Elfringhauser Straße erinnert der Reise-Journalist Uli Auffermann an den berühmten Bergsteiger und Abenteurer
"Wollen wir ein Stückchen gehen?" Uli Auffermann braucht frische Luft. So viel wie möglich. Immer. Stillsitzen ist nicht sein Ding. Wann immer es geht, schnürt er die Wanderschuhe und zieht los. Zum Beispiel durch die Elfringhauser Schweiz.
Gerade erst hat der Reisejournalist einen Ruhrgebiets-Wanderführer (erschienen im Rother-Verlag) veröffentlicht. Über 600 Kilometer hat er zurückgelegt, um die schönsten Routen zu beschreiben. Natürlich ist auch die Elfringhauser Schweiz vertreten.
"Hier kann man prima trainieren - der Name Elfringhauser Schweiz ist berechtigt", sagt er. Bis zu 1000 Höhenmeter lege er bei einer größeren Tour zurück - allerdings nicht am Stück, sondern aneinander gereiht. "Dabei kann man zu guter Kondition kommen", meint der 47-Jährige. Die braucht er auch. Ständig ist er auf Achse, die Wander- und Klettersteige Europas zu ergründen. Davon lebt er. Die Fotos und Geschichten, die er aus den Bergen mitbringt, werden in Fachmagazinen abgedruckt.
Auf einer seiner Touren hat er Anderl Heckmair kennen gelernt. Dessen Name mag vielen Menschen nicht bekannt sein, wohl aber seine dramatischen Besteigung der Eiger-Nordwand 1938.
Die beiden Männer freundeten sich an, besuchten sich gegenseitig. Auffermann reiste nach Oberstdorf, Heckmair kam ins Ruhrgebiet. "Er war mein bester Freund", sagt Uli Auffermann. Vor zwei Jahren ist der Freund gestorben - im stolzen Alter von 98 Jahren.
Ihm zu Ehren hat der Journalist auf dem Waldhof an der Elfringhauser Straße das Anderl-Heckmair-Stüberl eingerichtet. In dem kleinen Pavillon im Hof des Gasthofs zeigt er Bilder von Heckmairs Eiger-Tour, aber auch von dessen letztem Besuch in Hattingen, als er mit 97 Jahren mit Auffermann die Steigungen der Elfringhauser Schweiz erklomm. "Anderl war begeistert von der Gegend", erzählt er. In der Adventszeit sind im Waldhof Vorträge über den berühmten Freund geplant. Zur offiziellen Eröffnung des Stüberls werden Überraschungsgäste erwartet - der Termin steht allerdings noch nicht fest.
Auffermann ist in Bochum aufgewachsen. Schon als Kind kam er in die Elfringhauser Schweiz, zum Wandern und Radfahren. "Es ist toll, wie sich die Infrastruktur verändert hat", meint er. Damals habe er schmerzlich die Biergärten vermisst, die er aus den Bergen kannte. Heute habe die Region alles im Programm.
Manchmal führt Uli Auffermann Wandergruppen. "Wenn die Leute Lust haben, können sie mich begleiten", sagt er. Gerne nimmt er auch seinen Hund mit. "Wandern ist eine sehr einfache, ganz natürliche Bewegungsart. Man kann überall jederzeit loslaufen", beschreibt er den Reiz. "Das ist das Tempo, wo das Gehirn am besten mitkommt."
0mitdiskutieren