Drop und Ollie wollen gelernt sein

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Was wir bereits wissen
Zehn Kinder auf 40 Rollen: In der Skateboardanlage am Leinpfad trainiert in dieser Woche der Skater-Nachwuchs im Rahmen des Ferienspaßes.

Hattingen..  „Ihr müsst euch weit nach vorne lehnen und dann ordentlich reintreten.“ Christian Feißel steht auf dem Ende seines Skateboards, das Brett ragt über eine Kante. Als er sich nach vorne legt und das zweite Bein auf das Board drückt, fährt er ohne Probleme und mit etwas Schwung eine kurze Rampe hinab.

Nach einigen Vorführungen sind die Kinder an der Reihe. „Das ist der Drop-in“, erklärt Feißel. Und dann folgt immer wieder die gleiche Prozedur: Auf das Ende des Bretts stellen, mutig nach vorne lehnen und locker den Berg hinunter fahren. Zunächst hält Feißel seine Schüler noch unterstützend fest, dann folgen die ersten Versuche ohne Hilfe.

Stürze gehören dazu

Feißel ist Mitglieder des Skater-Vereins Rollkultur, der in dieser Woche im Rahmen des Ferienspaßes einen Skateboardkursus anbietet. Insgesamt zwölf Teilnehmern wollen er und seine Kollegen an fünf Tagen die Grundlagen des Skatens und natürlich auch einige Tricks beibringen. „Die meisten können schon ein bisschen fahren“, sagt Feißel. Die Trainer fangen also nicht bei null an.

Daher kann sich Feißel bereits am zweiten Tag auf einige praktische Dinge konzentrieren, die den zehn Teilnehmern die alltägliche Fahrt mit dem Skateboard erleichtern können. Einige Meter weiter übt Teamkollege Jan Heim mit einigen Jungen schon einen Ollie und einen Drop, also den Sprung auf eine kleine Plattform sowie den Sprung zurück auf den Teer. „Den Drop braucht man einfach. Damit kann man jeden Bordstein runterfahren“, erklärt Feißel.

Neben Tricks und Sprüngen wird aber auch einiges über das Skateboard an sich erzählt. Denn auch eine Reparatur nach besonders wilden Fahrten will gelernt sein. Neues Grip-Tape aufkleben, die Räder wechseln – auch diese Dinge geben die Trainer ihren Schützlingen mit auf den Weg.

Dass beim Training nicht immer alles glatt läuft, müssen alle Teilnehmer immer wieder erfahren. An allen Ecken kracht es, rutscht ein Kind über den Asphalt oder springt im letzten Moment von seinem Brett. „Stürze gehören zum Skaten, das lässt sich nicht vermeiden“, sagt Jan Heim, der aber auch darauf verweisen kann, dass bisher nichts Schlimmes passiert ist.

Schließlich kann man sich gegen einige Gefahren wappnen. Von Kopf bis Fuß durch Protektoren geschützt ist etwa der Nico (8) unterwegs. „Geradeaus fahren kann ich schon, die Tricks aber noch nicht“, erzählt der Neuling auf dem Skateboard, ehe er seinem Trainer beim Drop-in zuguckt. „Geht das einfach so?“, fragt er zunächst noch ungläubig. Am Ende des Tages weiß er: Das geht einfach so.