Drei von vier Fahranfängern haben Begleitung

Die Mitarbeiter der Führerscheinstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises haben 2014 rund 12 000 Führerscheinanträge bearbeitet. Gewünscht waren das erstmalige Ausstellen einer Fahrerlaubnis, der Umtausch älterer Führerscheinmodelle in den EU-Kartenführerschein oder Verlängerungen für die Berechtigung, Lastkraftwagen lenken zu dürfen. „Antragsschlager“ war das begleitete Fahren ab 17 Jahren: 1691 Mal wurde diese Erlaubnis erteilt, 257 Mal mehr als 2013.

Damit nutzen inzwischen drei von vier Fahranfängern die Möglichkeit zum frühzeitigen Griff ans Lenkrad. „Das Verhalten dieser jüngsten Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern kann als vorbildlich bewertet werden. Es gab 2014 wie bereits in den Vorjahren keinen Fall, in dem ein Jugendlicher ohne die vorgeschriebene Begleitung erwischt wurde“, berichtet Christian Götte, Leiter der Führerscheinstelle der Kreisverwaltung.

Deutlich weniger vorbildlich verhielten sich 461 Inhaber eines „regulären“ Führerscheins. Nach Verstößen verloren sie die Fahrerlaubnis. Einsamer Spitzenreiter bei den Gründen für diese Entscheidung: Alkohol am Steuer. In sechs von zehn Fällen hatten die Fahrer zu tief ins Glas geschaut. Es folgten Drogen (30 Prozent) sowie Unfallflucht oder Nötigung (zehn Prozent). „Allerdings“, weist Götte auf einen altersspezifischen Unterschied hin, „bei Fahrern bis 25 Jahren ist das Verhältnis von Drogen und Alkohol genau umgekehrt.“

Immer wieder erhält die Führerscheinstelle Hinweise auf Senioren, bei denen Zweifel an der Fahrtüchtigkeit bestehen. „Im letzen Jahr hat sich diese Zahl mit 238 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert“, so Götte. „Können die Bedenken in einem persönlichen Gespräch nicht ausgeräumt werden, bitten wir um einen Bericht des Arztes und um ein fachärztliches Gutachten.“ Die Erfahrung zeige: Im Laufe der Untersuchungen reift bei vielen die Einsicht, mehr fit genug zum Autofahren zu sein. Die freiwillige Abgabe sei häufig die logische Folge, ein Entziehen von Amtswegen in dieser Altersgruppe eher die Ausnahme.

„Vorsicht mit dem Konto“, stand in Post aus Flensburg: Bei 1000 Personen war der Punktestand zu hoch. 400 Fahranfänger fielen in der Probezeit mehrfach auf.