Drei Diebstähle in der Klinik Blankenstein

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Was wir bereits wissen
Amtsrichter verurteilt arbeitslosen Elektriker (34) zu einer Geldstrafe von 1200 Euro.

Hattingen..  Wegen Diebstahls in drei Fällen musste sich am Montagmittag ein 34-jähriger Hattinger vor dem Amtsgericht verantworten. Das Auffällige daran: Bei allen drei Taten war der Schauplatz die Klinik Blankenstein. Aus dieser, so die Anklage, stahl der gelernte, zurzeit arbeitslose Elektriker im Zeitraum zwischen Januar 2013 und November 2014 einen Schleifblock, eine Flex, einen Kaffeevollautomaten im Wert von allein rund 15 000 Euro und schließlich noch einen Reinigungswagen.

Ja, er habe diese Straftaten begangen, legte der 34-Jährige bereits zu Beginn der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Johannes Kimmeskamp ein Geständnis ab. Und betonte: „Ich möchte diese Sache zum Abschluss bringen.“

Was denn eigentlich das Motiv für seine Diebstähle gewesen sei? Ob er die gestohlenen Sachen womöglich hatte veräußern wollen?, fragte Kimmeskamp den Angeklagten. Der schüttelte darauf ratlos den Kopf. Er wisse selbst nicht, warum er „so was Irres“ getan habe. Allerdings sei er zu den Tatzeiten „schwerst alkoholabhängig“ gewesen. „Ich habe diese Straftaten im Vollrausch begangen.“ Das bestätigten auch die Zahlen, die Kimmeskamp im Anschluss verlas: So war beim 34-Jährigen bei der Festnahme kurz nach der ersten Tat ein Alkoholwert von rund 2,5 Promille, nach der zweiten sogar von knapp drei Promille festgestellt worden.

Er wisse um sein Alkoholproblem, erklärte der Angeklagte, auch habe er bereits im Zeitraum der Straftaten versucht, vom Alkohol wegzukommen. Seit Dezember nun befinde er sich in einer über mehrere Monate laufenden Behandlung in einer Rehaklinik, seitdem sei er trocken. „Ohne diese Therapie jetzt“, so der Hattinger, „wäre ich nie aus diesem Teufelskreis herausgekommen.“ Und er fügte hinzu: Er wolle der Gesellschaft „endlich wieder zur Verfügung stehen“. Von seinem einstigen Arbeitgeber hatte er sich im Frühjahr vergangenen Jahres gegen Zahlung einer Abfindung getrennt.

Von der bestreite er zurzeit seinen Lebensunterhalt, so der 34-Jährige, staatliche Leistungen erhalte er nicht. Die von der Staatsanwältin wegen seiner drei Diebstähle in der Klinik Blankenstein geforderte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro fand er daher „sehr hoch angesetzt“. Richter Kimmeskamp dagegen verurteilte den 34-Jährigen genau dazu: „Ich halte diese Strafe für angemessen. Und maßvoll.“