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Drahtesel für die Dritte Welt

02.08.2010 | 16:52 Uhr
Drahtesel für die Dritte Welt

Hattingen. Der Verein Projekthilfe Dritte Welt sammelt Spenden für Gambia: gebrauchte Fahrräder, Spaten oder Schubkarren.

Mehr als 1000 Frauen bewirtschaften 35 Hektar Land. So landet frisches Gemüse auf den Tischen in Jahaly und Madina. In den Dörfern Gambias unterstützen Mitglieder des Hattinger Vereins Projekthilfe Dritte Welt das Gartenprojekt. „Mangelernährungen gehören der Vergangenheit an“, sagt Matthias Ketteler. Jetzt hofft er auf Spenden: Die Menschen in Westafrika brauchen Schaufeln, Spaten oder Schläuche.

Begonnen hat die Hilfe für Gambia 1991 mit der Hattinger Buschklinik. Seitdem haben Helfer rund 400 000 Patienten versorgt, etwa 13 000 zahnmedizinische Behandlungen durchgeführt. 1689 Kinder sind dort geboren. Für sie gibt es inzwischen einen Kindergarten. Für die Frauen das Herdprojekt, das ab September ausgeweitet wird. Dorfbewohner bauen dann nach Anleitung weitere Lehmherde mit Rauchabzug. Nach dem Konzept des Hattinger Mediziners Dr. Jürgen Fröber: „Es ist so einfach wie genial.“ Die Frauen bekommen den Rauch nicht mehr in die Augen. Kinder verbrennen sich nicht mehr an offenen Feuerstellen. Außerdem benötigt der Herd weniger Feuerholz. So müssen weniger Bäume gefällt werden. Das beuge der Versteppung vor, erklärt Fröber. Für die Hilfe revanchieren sich die Dörfer nun: Sie wollen die Erträge eines Gartens an den Kindergarten und Klinik-Mitarbeiter weitergeben. „Gelebte Entwicklungshilfe“, nennt es Ketteler.

Ende August beladen sie wieder Container mit Medikamenten und Zahnarztstühlen für Gambia. Für das Gartenprojekt kann jeder spenden: gebrauchte Spaten, Schaufeln, Schubkarren, Heckenscheren, Hochdruckreiniger, Hämmer, Sägen, Rechen, tropenfähige Gartenschläuche mit Verbindungssystemen, Verlängerungskabel, Eimer, Drucksprühgeräte, gebrauchsfähige Feuerlöscher. Die Geräte können ab dem morgigen Mittwoch bis zum 17. August bei Obi, Beuler Höhe 2, abgegeben werden. Die Mitarbeiter von Fahrrad Wurm, Kreisstraße 31, nehmen im gleichen Zeitraum gebrauchte Fahrräder an, die für die Projektmitarbeiter in Gambia benötigt werden. Nach einer Inspektion landen die Räder ebenfalls im Hilfscontainer.

Infos: www.buschklinik.de

Dominika Sagan

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