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DLRG-Wache nur am Wochenende

25.08.2012 | 12:00 Uhr
DLRG-Wache nur am Wochenende
Die Lebensretter der Hattinger DLRG im Einsatz – in der Regel an Wochenenden und Feiertagen.Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.  Vorsicht an der Ruhr und am Kemnader See: Wer unter der Woche in Gefahr gerät, ist auf sich allein gestellt.

Schwimmen in der Ruhr ist eine schöne Abkühlung, dachten sich in den vergangenen Tagen viele Sonnenanbeter. Doch wer während der Woche im Wasser oder am Flussufer plötzlich in Gefahr gerät, ist auf sich alleine gestellt.

Es gibt zwar drei Wachen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in unserer Stadt – die Ortsgruppe Hattingen (im Henrichspark), Blankenstein und Hattingen-Süd (Isenbergstraße) – doch die Mitglieder sind während der Woche nicht im Einsatz. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich für die DLRG, aber natürlich müssen sich die Rettungsschwimmer auch noch ihren Lebensunterhalt verdienen“, erklärt Dino Richter (26) von der DLRG Hattingen. „Vom 1. Mai bis Ende September leisten die Rettungswarte samstags ab spätestens 14 Uhr Hilfe, wir versuchen schon ab 10 Uhr dort zu sein. Der Einsatz endet um 18 Uhr. Sonntags und an Feiertagen findet der Wachdienst von 10 bis 18 Uhr statt“, informiert Dino Richter. „Das Gebiet in Blankenstein wird zurzeit auch mit von den Mitgliedern der DLRG Hattingen bewacht. Es gibt die Überlegung die zwei Ortsgruppen zu einer zusammenzulegen. Wir befinden uns gerade im Probejahr.“

Wer da ist, ist da

Am Kemnader Stausee sind die DLRG-Stationen ebenfalls nur an Wochenenden und Feiertags besetzt. Die Wache Hattingen-Süd ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr einsatzbereit.

Dino Richter studiert Chemieingenieurwesen und hat in den Semesterferien auch während der Woche Zeit, die Wache aufzusuchen. Mit ein paar anderen lackiert er momentan Rettungsboote. „Wir versuchen es vorauszuplanen, wer wann den Rettungsdienst leistet, versuchen, dass pro Tag zehn Mitglieder im Einsatz sind. Allerdings opfern alle dafür ihre Freizeit, da hat dann mal die Oma Geburtstag und man hat keine Zeit. Daher gilt die Regel: Wer da ist, ist da.“

Zu Fuß mit Fahrrädern und Motorbooten sehen die Rettungswarte nach dem Rechten. „Wir paddeln auch ein bisschen mit dem Kanu, wenn nicht viel los ist, um uns die Zeit zu vertreiben“, so Richter. Die Dienstflagge wird gehisst, signalisiert, dass die Wache besetzt ist. „Aber an unserer Wache im Henrichspark ist sie vom Leinpfad aus leider kaum zu sehen, der Kanuverein hat das Grundstück direkt am Wasser, nicht unsere Wache.“

Die meisten Einsätze haben die Mitglieder der DLRG Hattingen an der Bootsrutsche nahe der Ruhrbrücke, weil dort Kanus kentern. „Der Kanuverleih boomt zurzeit, es sind sehr viele Kanus auf der Ruhr unterwegs und wegen der Strömung an der Bootsrutsche kentern dort viele“, sagt Richter. Dann helfen sie ihnen aus dem Wasser heraus, das Kanu zu sichern und wieder beim Einstieg. „Einige Kanu-Mieter kommen schon von Witten aus angefahren, haben weite Strecken hinter sich, und für das letzte Stück bis zum Toten Arm keine Kraft mehr.“

Kinder können mithelfen

Außerdem helfen die Rettungswarte auch an Land, zum Beispiel gestürzten Inlineskatern. „Oder Kindern, die das Radfahren lernen und sich beim misslungenen Versuch eine Schürfwunde geholt haben. Manchmal treten auch Leute, die in den Ruhrwiesen in der Sonne liegen, in eine Glasscherbe.“ Mit blutenden Patienten sollen die Juniorretter der DLRG noch nicht konfrontiert werden. „Kinder können aber auch auf der Wache schon mithelfen, den Rettungsschwimmern zum Beispiel einen Tee kochen“, sagt Richter. „Für einen richtigen Einsatz müssen die Helfer mindestens einen Rettungsschwimmschein in Silber haben.“

Das Schwimmen in der Ruhr ist grundsätzlich verboten. „Auch mit aufblasbaren Reifen oder Ringen, denn sie gelten nur als Schwimmhilfe“, sagt Dino Richter von der DLRG Hattingen. „Wer ein Paddelboot hat, darf damit fahren, auch das Surfen oder Segeln ist erlaubt.“ Allerdings gilt auch hier: Während der Woche, am frühen Morgen und späten Abend, ist jeder auf sich allein gestellt.

Lene Lemmer, Michael Vaupel



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