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Diplomat mit psychologischer Ausbildung

20.06.2007 | 08:58 Uhr

Elke Arnold ist Altenpflegerin im Martin-Luther-Haus. Ein Arbeitsalltag mit Höhen und Tiefen

SERIE BERUFSBILDER "Ich würde meine Mutter mitnehmen", sagt Elke Arnold. Die 43-Jährige ist Altenpflegerin im Martin-Luther-Haus an der Waldstraße. Der Alltag bringt neben unangenehmen Erfahrungen auch viel Positives mit sich.

Der Arbeitstag beginnt um sechs Uhr. Die alten Menschen benötigen Hilfe beim Waschen und Anziehen. Vielen Heimbewohnern helfe sie beim Essen. "Wir verteilen die Medikamente und machen Termine mit Ärzten aus", sagt Elke Arnold, die eine Station der Einrichtung leitet.

Auch beim Toilettengang muss das Pflegepersonal den Senioren zur Hand gehen. "Man sollte gerne mit hilfebedürftigen Menschen zusammen sein", sagt Elke Arnold. Berührungsängste seien fehl am Platz. Es sei auch nicht mit der medizinischen Pflege getan. Die Alten bräuchten geistige Anreize. "Wir lesen etwas vor. Viele Frauen wollen gerne bei der Arbeit im Haushalt helfen", sagt die Mutter einer 15-jährigen Tochter.

"Viele Bewohner sind krank", erklärt Elke Arnold. Die Kranken dürften nicht mit Aufgaben überfordert werden. "Man entwickelt mit der Zeit ein Gespür dafür, was man ihnen zumuten kann."

Am Thema Tod kommt in einem Altenheim niemand vorbei. "Das ist die letzte Station hier", sagt Elke Arnold. "Das wissen die meisten Bewohner." Problematisch werde es, wenn Patienten die Bitte äußerten, ihnen den Weg ins Jenseits zu verkürzen. "Dann müssen wir immer sagen, dass wir das nicht dürfen. Sie müssen so lange warten, bis der liebe Gott sie holt."

Zu intensiv dürfe die Beziehung zu den Bewohnern nicht werden. Sonst verkrafte man den Abschied nicht. Ein Fehler, den sie am Anfang ihrer Karriere begangen habe, sagt Arnold. "Man lernt daraus."

Früher habe sie als Krankenschwester sterbenskranke Kinder betreut, sagt Elke Arnold. "Das konnte ich nicht mehr." Glückliche Menschen habe sie damals kaum erlebt. Das sei im Altenheim anders. Natürlich sei der Umgang nicht immer einfach. Spaß mache der Beruf auf jeden Fall. "Hier ist man Diplomat mit psychologischer Ausbildung."

Von Arne Poll

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