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Gesundheitstag II

Digitale Medizin ist Fluch und Segen

13.03.2016 | 16:14 Uhr
Digitale Medizin ist Fluch und Segen
Meinungsaustausch am WAZ-Mobil: Dieter Adam, WAZ-Lokalchef Ulrich Laibacher, Inge und Herbert Hülsmann (v.l.) diskutieren Gesundheitsfragen.Foto: Walter Fischer

WAZ-Leser sagen ihre Meinung. Experten warnen vor dem Verzicht aufs persönliche Gespräch

Führt die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung zu einem weiteren Zweiklassen-System? Die Frage brachte WAZ-Lokalchef Ulrich Laibacher von den Gesprächen mit Leserinnen und Lesern am WAZ-Mobil mit in die Expertenrunde des Gesundheitstages: Auf dem Podium im Rathaus diskutierten: Rainer Beckers (ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin), Eckhard Kampe (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe), Gretje Stelzenmüller (Verbraucherzentrale NRW), Andreas Tromm (EvK), Philipp Topp (Kreissportbund Ennepe-Ruhr), Ulrich Laibacher und Moderator Udo Polenske.

Momentaufnahme am WAZ-Mobil: Eine 73-Jährige braucht kein Internet. Ein Spaziergang an der frischen Luft halte sie gesund. Ein 81-Jähriger möchte den Arzt als Vertrauensperson und persönlichen Gesprächspartner behalten. Einem 20-Jährigen fehlt die Zeit für einen Arztbesuch. Im Netz finde er die nötigen Diagnosen. Und die junge Mutter, Mitte 30, tauscht sich gerade über Kinderkrankheiten auf den sozialen Plattformen aus. Digitale Medizin: ein Generationen-Problem?

Im Kern waren sich die Experten einig: Das persönliche Gespräch bleibe ein wichtiger Anker. Andreas Tromm: „Wir brauchen die Digitalisierung, haben aber auch die Zweiklassen-Gesellschaft.“ Bei der Selbstdiagnose im Netz fehle ein Hausarzt, der Ordnung ins Chaos bringt. Vor allem bei der Übertragung von Patientendaten bringt die Digitalisierung Vorteile mit sich. Das geht jedoch Hand in Hand mit dem Datenschutz – ein sensibles Thema, gerade vor dem Hintergrund, dass Gesundheits-Apps wahre Datenkraken sein können. „Die Überwachung durch Apps sehen wir von der Verbraucherzentrale sehr kritisch“, sagt Gretje Stelzenmüller. Krankenkassen, die auf einem Solidaritätsprinzip beruhen, bekämen dadurch ein Werkzeug, um eine Risikoanalyse durchzuführen. Fitness-Apps, so Topp, sammeln jedoch ausschließlich Gesundheitsdaten.

Bastian Haumann

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2016-03-13 16:14
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