Diese Wahl ist eine Premiere

Barbara Vogelwiesche
Barbara Vogelwiesche
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Erstmals wird ein Bürgermeister abgekoppelt vom Stadtrat gewählt. Zurzeit sind zwei Kandidaten im Rennen. Die Linken wollen sich diese Woche erklären.

Hattingen..  Am Sonntag, 13. September, um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Gegen 20 Uhr dürfte feststehen, wer als Nachfolger von Dagmar Goch Hattingens neuer Bürgermeister ist. Der Tag bringt nicht nur für den Wahlsieger eine Premiere mit sich, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger. Nie zuvor war die Bürgermeisterwahl von der Stadtratswahl abgekoppelt.

„Natürlich läuft die Auszählung der Stimmen einfacher und damit schneller, wenn nur Personen und keine Parteien zu wählen sind“, sagt Barbara Vogelwiesche. Auf der anderen Seite sei eine zusätzliche Wahl zu stemmen, so die Leiterin des Fachbereichs für Ratsangelegenheiten, Wahlen und Logistik bei der Stadtverwaltung. Und eine, bei der sich viele Sorgen um die Wahlbeteiligung machen. Auch wenn am selben Tag noch ein neuer Landrat für den Ennepe-Ruhr-Kreis gewählt wird.

Bleibt es bei den aktuellen Kandidaten, sind Stichwahlen in Hattingen wie in Schwelm ausgeschlossen. Mit Manfred Lehman und Dirk Glaser (Bürgermeisterwahl) sowie Olaf Schade und Babett Bolle (Landratswahl) kandidieren hier wie dort nur zwei Bewerber. Zur Entscheidung reicht die einfache Mehrheit. Kommt ein dritter Kandidat ins Spiel, könnte eine Stichwahl zwei Wochen später nötig werden. Und zwar dann, wenn am 13. September niemand die absolute Mehrheit erreicht.

Bewerber suchen 230 Befürworter

Das war in Hattingen 2004 so, als Dagmar Goch und Frank Burbulla im ersten Wahlgang fast gleichauf lagen. Martin Laus war für die NPD angetreten. Und das war 1999 so, als Dieter Liebig und Michael Lunemann ins Stechen mussten. In Runde eins hatten Stefan Kietz-Borgwardt, Ulrike Dieckmann und Thomas Röthig mit auf dem Wahlzettel gestanden. Das war nicht so 2009. Da war Bernd Zielmann von den Linken dritter Kandidat im Bunde, Dagmar Goch lag aber mit 51,2 Prozent der Stimmen deutlich vor Barbara Niemann (42,2).

Ob es in Hattingen mehr als zwei Bewerber gibt, ist zurzeit noch völlig offen. Die Linken wollen in dieser Woche bekanntgeben, ob sie einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken. Auch zwei unabhängige Kandidaten haben ihr Interesse angekündigt und noch bis zum 27. Juli, 18 Uhr, Zeit, die dafür notwendigen 230 Unterschriften von Unterstützern vorzulegen. Uli Manske hat die Unterlagen dazu im Rathaus abgeholt, Arndt Stelter bisher nicht.