Die Vorboten des Frühlings

Hummel auf Schneeglöckchen
Hummel auf Schneeglöckchen
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Britta Kunz, die Leiterin der Biologischen Station des EN-Kreises, schreibt in ihrer Kolumne „Natürliches EN“ heute über Schneeglöckchen.

Hattingen..  Haben Sie schon erste Schneeglöckchen entdeckt? Manche Pflanzen lassen sich ja von der Kälte nicht unterkriegen und erfreuen uns auch in dieser Jahreszeit mit ihren Blüten. Das Kleine Schneeglöckchen gehört zu den Zeitigen.

Man findet es in Gärten und Parks oder verwildert am Wegesrand, in Waldwiesen und Laubwäldern. Mit der Blüte des Kleinen Schneeglöckchens wird der Vorfrühling eingeleitet. Im Februar, manchmal sogar schon Ende Januar, streckt es seine weißen Blüten mit dem markanten grünen Fleck durch den Schnee. Durch relativ harte Blattspitzen, die die Blüte zunächst schützen, nehmen sie keinen Schaden. Gärtner wissen: Das Kleine Schneeglöckchen gehört zu den Zwiebelpflanzen, hat also mit einer Zwiebel im Boden eine Art Vorratsspeicher an Nährstoffen, der es ihm ermöglicht, schnell zu wachsen, sobald dafür günstige Bedingungen herrschen.

Nach der Blüte, ungefähr im Mai, stirbt es oberirdisch ab und überdauert in Form der Zwiebel im Boden bis zum nächsten Jahr. Erst dann sollte man die Stellen, an denen Schneeglöckchen im Garten wachsen, mähen. Die Zwiebel dient auch der Vermehrung, indem sie sich teilt. So entstehen Pflanzenklone.

Grüner Fleck als Leitsignal

Diese Art der Vermehrung ist durchaus von Vorteil, denn in der Blütezeit des Schneeglöckchens ist es für Insekten, die die Blüten bestäuben und so über die Befruchtung und Samenbildung zu einer anderen Form der Vermehrung beitragen können, häufig zu kalt.

Der grüne Fleck in der ansonsten weißen Blüte ist vermutlich eine Art Leitsignal für die Insekten, das anzeigt, wo es zum Nektar geht. Wenn die Insekten vom Nektar naschen, wird – wenn es für die Pflanze gut läuft – die Blüte mit Pollen eines anderen Schneeglöckchens bestäubt. Dann können sich die Früchte mit den Samen bilden. Wenn die Samen reif sind, senkt sich der Blütenstiel nach unten, und die Früchte platzen auf. Jetzt ist der Zugang zu den Samen frei.

An den Samen befinden sich kleine fetthaltige Anhängsel, die Elaiosomen. Diese werden gerne von Ameisen gefressen, die die Samen zu ihrem Bau tragen. Sie futtern die Anhängsel und entsorgen den Samen außerhalb des Baus. So gelangen die Samen durch die Ameisen an neue Orte – sie werden ausgebreitet. Im besten Falle können sie dort keimen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.

Im Garten lässt sich im Februar einiges fürs Frühjahr vorbereiten. So können Sie bereits neue Insektenhotels anbringen. Auch für den Balkon sind Insektenhotels geeignet. Aufgehängt werden diese am besten so, dass die Eingänge nach Südosten zeigen.

Wer sich selbst ein Insektenhotel bauen will: Einfache Bauan­leitungen mit verschiedenen Ausführungen gibt es zum Beispiel unter www.nabu.de. Auch neue Nisthilfen für Vögel sollten frühzeitig angebracht und Nisthilfen aus dem letzten Jahr unbedingt gesäubert werden.