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Die Vögel sind da

18.04.2010 | 16:39 Uhr
Die Vögel sind da

Hattingen. Seit Samstag steht die Isenburg im Zeichen des Falken. Zu sehen sind Bilder des Hattingers Georg Hedrich.

Die Jagdvögel sind auf die Isenburg zurückgekehrt. Seit Samstag ist die Ausstellung „Die Isenburg im Zeichen des Falken“ eröffnet. Zu sehen sind in Haus Custodis zahlreiche Illustrationen und Bilder des Niederbonsfelder Künstlers und Vogelfreundes Georg Hedrich.

Zu der Premiere kamen gut und gerne 150 Neugierige. Doch wussten sie gar nicht so recht, woran sie sich mehr erfreuen sollten. An den zwei lebendigen Habichten und der weißen Schleiereule – oder an der eigentlichen Ausstellung.

Die Eule hat übrigens Glück gehabt: Viele ihrer Artgenossen haben den Winter nicht überlebt, weil sie wegen der hohen Schneedecke nicht an ihre Nahrung kamen. Doch davon war am Wochenende nichts mehr zu sehen – im Gegenteil: Das Wetter hätte nicht schöner sein können, die einzigartige Aussicht und die Ruinen der Burg taten ihr übrigens bei der rundum gelungenen Veranstaltung. Es hat alles gepasst. „Ich hatte erwartet, dass etwa 50 Besucher zu kommen“, freute sich Hedrich über den großen Andrang.

Das Werk des 67-Jährigen kann sich sehen lassen. Sein Ziel war es, detailgetreue Abbildungen der Vögel zu erstellen und deren Dynamik etwa während des Fluges hervorzuheben. Und das ist ihm gelungen. Aber wen wundert’s? Schon in seiner Jugend ging er mit dem Fernglas auf die Pirsch um die verschiedensten Greifen im Hattinger Land zu beobachten. Und seit 30 Jahren hält er als Maler den Pinsel in der Hand.

Bevor die Besucher in kleinen Gruppen von Hedrich die Ausstellung erläutert bekamen, hielten zahlreiche Gäste kurze Ansprachen. Geladen war Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch, die der Frage nachging, was die Falknerei überhaupt mit der Isenburg zu tun hat. Während des 13. Jahrhunderts, zu der Zeit also, in der die Isenburg noch als Festung existierte, erlebte die Jagd mit Vögeln ihre Blütezeit.

Inwieweit auch Friedrich von Isenberg der Falknerei zugetan war, ist nicht bekannt. „Die Jagd mit Vögeln war zu dieser Zeit nur dem Adel gestattet. Sie ging dann mit der Entwicklung der Schusswaffen zurück“, berichtet der aus dem Siegerland angereiste Gregor Klein, Bundesvorsitzender des Ordens Deutscher Falkioniere.

Natürlich ließ es sich auch Thomas Griesohn-Pflieger, Stadtsprecher und Vogelkundler, nicht nehmen, ein paar Worte zum Thema zu sagen und praktisch Vogelkunde für Anfänger zu betreiben. Die Fakten die er mitbrachte, waren durchaus imponierend: „Adler und Bussarde können ihre Beute aus mehreren 100 Metern Entfernung sehen.“ Das vielzitierte Adlerauge ist sogar in der Lage, bis zu 150 Bilder in der Sekunde zu sehen. „Ein Kinofilm wäre also nichts für diese Vögel“, scherzte Griesohn-Pflieger.

Oliver Bergmann

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