Die Stunde der Wintervögel

Foto: Wolfgang Radenbach
Was wir bereits wissen
Die Leiterin der Biologischen Station EN, Britta Kunz, schreibt in ihrer Kolumne „Natürliches EN“, dass der Januar gut sei, um Tiere und Natur zu beobachten.

Hattingen..  Die Weihnachtszeit ist vorüber, einige haben noch ein paar Tage wohlverdienten Urlaubs vor sich. Für die, die nicht arbeiten müssen, heißt das vielleicht endlich einmal Zeit, um sich auszuruhen, Zeit, um neue Kraft zu schöpfen. Auch die Natur scheint bei uns im Januar zu ruhen, Atem zu holen für den Neubeginn im Frühling.

Der Januar ist in unseren Breiten meist der kälteste Monat. Oft hat uns der Frost fest im Griff. Doch auch dann gibt es viel zu entdecken. Von Raureif oder Schnee überzogene Bäume und Sträucher verwandeln sich zu bizarren Skulpturen der Natur, an unseren Bächen finden sich mitunter sogar richtige Eisskulpturen. Aber auch wenn sich die Natur sozusagen zurückgezogen hat, ein paar gibt es immer, die nicht nur ausharren, sondern aktiv sind. Am besten ist das zu erkennen, wenn uns der Januar Schnee beschert. Dann beginnt das Rätselraten um die Tierspuren: Katze oder Hund? Oder gar ein Fuchs? Reh oder Wildschwein? Für das ungeübte Auge ist das manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden. Man muss mit etwas detektivischen Spürsinns schon auf die Details achten, wie etwa, ob Krallen in den Spuren sichtbar sind oder nicht.

Eine übersichtliche, für Kinder gemachte Hilfe zur Bestimmung von Tierspuren finden Sie unter GEOlino.de-Spurenübersicht (www.geo.de/GEOlino). Diese kann man sich auf ein einzelnes Blatt ausdrucken und hat sie griffbereit, um die Fährten zu identifizieren. Natürlich lassen sich Tierspuren auch auf einem anderen Untergrund, zum Beispiel auf feuchten, schlammigen Boden finden. Aber nirgends sind sie so auffällig, wie auf einer frischen Schneedecke.

An etwas wärmeren und sonnigen Tagen lassen sich in den kahlen Laubbäumen Baumbewohner wie Eichhörnchen und verschiedene Vogelartengut beobachten. Vom 9. bis 11. Januar rufen Nabu und LBV (Landesbund für Vogelschutz) wieder auf zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“. Jeder kann mitmachen, der eine Stunde lang zum Beispiel in einem Garten, Park, Innenhof oder auf dem Balkon Vögel zählen mag. Dazu muss man kein Spezialist sein. Man muss auch nicht im Kalten ausharren, man kann auch vom Fenster aus zählen.

Ihre Ergebnisse sollten Sie bis zum 19. Januar online, per Telefon oder per Post dem Nabu zukommen lassen. Mit dieser Aktion tragen die Naturschutzverbände Infos über die Verbreitung und Häufigkeit der bekanntesten Vogelarten zusammen. Dadurch können sich Verbände gezielter für den Schutz der Vögel einsetzen, etwa wenn zuvor häufige Arten plötzlich seltener werden. Mehr Information zu dieser Aktion wie auch eine genaue Anleitung und Hilfen für die Erfassung der Vögel gibt es unter www.nabu.de Stichwort „Stunde der Wintervögel“.

Eisvögel bei der Jagd

Auch Gewässer, die im Winter nicht so schnell zufrieren, eignen sich gut, um Vögel zu beobachten. An klaren Gewässern im EN-Kreis kann man gar nicht so selten den türkis-schillernden Eisvogel bei der Jagd nach kleinen Fischen beobachten. Dieser schillernde Geselle bildet übrigens das Logo der Biologischen Station im EN-Kreis.