Die Spuren der Helden
04.11.2010 | 16:48 Uhr 2010-11-04T16:48:00+0100
Hattingen. Die Ausstellung zum Kulturhauptstadt-Jahr in der Gebläsehalle war die größte, die Hattingen je gesehen hat. Ein Rückblick.
Diese Ausstellung war eine Erfolgsgeschichte, ganz gleich, ob nun etwas mehr oder etwas weniger als 100 000 Besucher in die Gebläsehalle gekommen sind. Hattingen stand während des Kulturhauptstadt-Jahres wegen der „Sehnsucht nach dem Besonderen“ im Blickpunkt – und musste kein eigenes Geld dazutun.
Sicher, der Helden-Begriff muss wegen der deutschen Geschichte als vorbelastet gesehen werden. Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob es nicht ein anderer Titel hätte sein können – doch wer in Ruhe durch die 850 Exponate umfassende Ausstellung gegangen ist, hat erlebt, dass die Macher verantwortungsbewusst und kritisch mit diesem Thema umgegangen sind. Es wurden Persönlichkeiten auf den Thron gehoben, die zu ihrer Zeit als Helden verehrt wurden – heute sind das Super- oder Batman, in der Antike war das zum Beispiel Herkules (Herakles).
Besonders beeindruckend war in der Gebläsehalle das Kreuzfeld: vorn Orden und Kreuze der Nazi-Herrschaft, hinten Kreuze im Gedenken an Gefallene und andere Opfer des Nazi-Greuels.
Sicher, 1,6 Millionen Euro sind eine Menge Geld für eine einzige Ausstellung. Und die LWL-Verantwortlichen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass nicht jeder Cent sinnvoll eingesetzt wurde, denn es waren viel zu viele Begleitveranstaltungen – die demzufolge oft sehr schwach besucht waren. Sieht man aber den Werbewert der „Helden“ für den Landschaftsverband, sein Museum und vor allem die Stadt Hattingen, so werden sich die Ausgaben wahrscheinlich rentieren.
Kurz: Die „Helden“ haben Spuren hinterlassen – mehr positive als negative.
09:23
1, 6 Millionen € für eine profane Ausstellung, bezahlt vom Landschaftsverband, der sich wiederum aus Steuergeldern finanziert.Im Vergleich dazu betteln Menschen bei den Tafeln um Lebensmittel, weil die Hungerstütze Hartz IV nicht zum Leben reicht. Und der Staat sich weigert, diese den tatsächlichen Bedürfnissen anzupassen.
Hier wurde nix für das Gemeinwesen getan. Hier wurde das Geld der Steuerzahler großzügig vernichtet, für eine Ausstellung, die keiner braucht. Übrigens: Wenn man Schüler klassenweise durch derartige Ausstellungen schleift, kriegt man auch hohe Besucherzahlen zusammen. So kann man auch Besucherstatistiken passend machen.
23:31
Wie kann man vom Geld vernichten reden, wenn eine Ausstellung gestaltet wird. Das klingt ja gerade so, als sei das Geld verbrannt worden. Du würdest nie von Geldvernichtung reden, wenn Parkplätze geteert werden, wenn die Feuerwehr rausfährt, um eine Katze zu retten oder wenn ein Sportplatz mit Kunstrasen belegt wird. Das ist keine Geldvernichtung, sondern hier wird etwas für das Gemeinwesen getan. Für die 1,6 Millionen wurden Menschen bezahlt, die dafür gearbeitet haben und sich etwas haben einfallen lassen. Wenn der Staat keine Menschen mehr anstellt und bezahlt, sieht es hier bald aus wie in Amerika. Fröhlich Tea-Party dann.
22:15
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20:53
# 1: Was die Opfer des Krieges angeht gab es auch unter den Soldaten Helden. Aber war es auch immer Mut gehorsam in den Krieg zu ziehen? Zumal am letzten Weltkrieg die Auslöser in Deutschland saßen und mit ihrer Propaganda fast ein ganzes Volk verführt und auch gefügig gemacht haben.
Leider ist es in diesem Deutschland noch heute so, daß die wahren Helden dieser Zeit bestenfalls am Rande erwähnt werden: Widerstandskämpfer und Deserteure. Besonders Deserteure werden bis heute nicht wegen ihres Mutes und der damit verbundenen Tapferkeit anerkannt. Im Gegenteil sprechen viele, besonders ehemalige Weltkriegssoldaten, von Feigheit und Verrätern wenn es um Deserteure geht.
Deshalb muss endlich anerkannt werden, daß Widerstand und Deserteure auch Helden waren. Opfer eines solchen Handelns müssen genauso wie normale Kriegsopfer entschädigt und rehabilitiert werden.
19:17
1,6 Millionen € für eine Heldenaustellung mit Superman und Schimanski. Unfaßbar, wieviel Geld wieder einmal vernichtet wurde.
Übrigens: Nur einen Bruchteil dieser Summe kostet die Pflege der Soldatenfriedhöfe - auf denen die Helden wider Willen liegen, denen der Staat allesamt das einzige nahm, an dem sie wirklich hingen: das Leben. Angesichts der Millionen Toten beider Weltkriege braucht`s wahrlich keiner Heldenausstellung mehr. Es sei denn, dieser Staat will wieder neue Helden schaffen. Im Krieg sind wir ja bereits wieder. Und einen neuen Tapferkeitsorden gibt es auch. So gesehen muss man die 1,6 Millionen € wohl als Blutzoll für eine neue Helden-PR sehen, damit`s auch weiter mit den Soldaten klappt.