Die Rückkehr zu den Visionen
19.02.2010 | 16:59 Uhr 2010-02-19T16:59:00+0100Makler Lothar G. Stalter blickt zehn Jahre voraus: individuelles Wohnen, Chancen für die Innenstadt und Hattingens Attraktivität.
Lothar G. Stalter hat sich Notizen gemacht, sich vorbereitet. Der Immobilienmakler macht sich Gedanken zur Entwicklung Hattingens bis 2020. Was erwartet er, was darf nicht passieren?
Zur letzten Frage antwortet Stalter klar: „Es gilt langfristig, den Wohnstandort Hattingen zu sichern.” Seine Vision: individuelles Wohnen. „Das ist gefragt wie nie”, erläutert der 53-Jährige. Weg von vorgegebenen Standard-Lösungen. Wieder hin zu eigenen Ideen und der Frage: Wie möchte ich wohnen?
Natürlich, Individualität ist teuer. Hattingen habe den höchsten durchschnittlichen Bodenpreis im Ennepe-Ruhr-Kreis, sagt Stalter. Ein Grund für kostengünstigere Lösungen. Dennoch bleibt er bleibt bei seiner Vision: sich an der Nachfrage und am Wohnraum zu orientieren.
Dies verbindet er mit dem Thema demographischer Wandel. „Wir brauchen passenden Wohnraum für ältere Menschen, Singles und kinderlose Haushalte”, sagt Stalter und betont: dies zu verbinden, erfordere ein Spagat.
Projekte wie die Seniorenwohnungen an der Talstraße begrüßt er. Auch die Idee eines Wohngürtels am Pottacker.
Beim Thema Stadtflucht erwartet Lothar Stalter eine Umkehr, unabhängig von der gesunkenen Einwohnerzahl in Hattingen (56 263). „Die Menschen ab 60 Jahren ziehen in die Stadt zurück.” Statt wie bisher im Grünen zu siedeln. Aber, schlägt Stalter den Bogen zum Bedarf zurück: „Das Angebot muss stimmen.”
Für die Stadt, insbesondere die City, wünscht er sich, dass Hattingen mehr aus seiner Individualität mache. „Wir sind anders als Bochum oder Essen. Das müssen wir deutlicher machen, uns attraktiver und einladender zeigen.”
Für den Einzelhandel gelte es Nischen zu finden und zu besetzen. Wobei es schwierig sei Mieter zu finden. Die Gründe dafür? „Wenn ich es nur wüsste”, sagt er und lächelt. An den Mieten läge es jedenfalls nicht und nennt als Beispiel Schwiese, die im März ein Geschäft am Steinhagen eröffnen. Auch die Verzweigungen und kleinen Ecken sieht er als Potenzial: „Das macht Hattingen doch aus.” Dringender Bedarf für Touristen und Geschäftskunden: ein Hotel in der Stadt und im Gewerbepark – mit Parkplätzen.
Thema Jugend: Skate- und Dirt-Bike-Anlage seien gute Ansätze. Weiter wichtig: Treffpunkte zu schaffen. Denn die Altstadt habe ihre Anziehungskraft auf junge Menschen eingebüßt.
Was laut Stalter bis 2020 bleibt: werthaltige Immobilien als Geldanlage. „Absolut, aber eher Wohnungen als Häuser.”
16:36
Nun, ein Grund ist der: Es gibt viel zu viele Geschäfte!!!!!
Eine kleine Stadt, wie Hattingen es nun mal ist, hat für meinen Geschmack zu viele Geschäfte. Die nicht zu vermietenden Flächen sollten in Wohneinheiten umgewandelt werden. Manche Gebäude gehören schlichtweg abgerissen, weil die Vermieter durch ihre Geizigkeit in puncto Modernisierung das verträgliche Maß an Dickfelligkeit überschritten haben.
Eigentum verpflichtet !
22:19
Wobei es schwierig sei Mieter zu finden. Die Gründe dafür? „Wenn ich es nur wüsste”, sagt er und lächelt. Er wird sich nicht äußern, da eine Krähe der anderen kein Auge aushakt.