Die Oase
30.05.2008 | 18:48 Uhr 2008-05-30T18:48:02+0200Erholung im Grünen mit Blick auf die Ruhr - am 8. Juli 1956 wurde das Freibad in Welper eröffnet. In Rekordjahren kamen bis zu 170 000 Besucher pro Saison. Zurzeit wird das Bad nach einem Dreijahresplan saniert. Heute ist Saisoneröffnung
GESICHTER EINER STADT FREIBAD WELPER "Zwischen grünen Waldkulissen, inmitten prächtiger Rasenflächen, mit einem unvergleichlich herrlichen Blick auf das jenseitige Ruhrufer stellt sich das Bad als eines der schönsten gelegenen seiner Art vor." In den höchsten Tönen wurde das Freibad in der Einladung zur Eröffnungsfeier am 8. Juli 1956 gelobt. Die Architektur ist typisch für den Zeitgeist der 1950er Jahre. "Sehr gefällig ist die Anordnung der einzelnen Schwimmbecken und der Hochbauten, die sich als Rundbauten präsentieren", heißt es weiter in der Einladung.
"Alle Bauten sind typisch für die Zeit", sagt Walter Ollenik, Denkmalpfleger und Fachbereichsleiter für Weiterbildung und Kultur. Im Vergleich zu modernen Bauten sind die Konstruktionen zierlich, mit schmalen Vordächern. Die größtenteils organischen Formen sollten Leichtigkeit ausstrahlen. "Das sollte eine heitere, beschwingte Architektur sein. Diese beschwingten Formen sollten Lebensfreude vermitteln", so Ollenik. Ebenfalls typisch für die 50er Jahre: Die Gebäude sind so verteilt, dass sie sich organisch in die parkähnliche Landschaft einfügen.
Ob sich die Welperaner damals für die architektonischen Feinheiten erwärmen konnten, ist nicht bekannt. Sicher ist: Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken zogen zahlreiche Besucher an. 40 Pfennige kostete der Eintritt an Wochentagen, sonntags 50 Pfennige.
Der heiße Sommer von 1975 brachte den ersten Besucherrekord. 165 000 Badegäste wurden gezählt. Ein Jahr später wurde die bis heute ungeschlagene Bestmarke erreicht: 181 000. Der Negativrekord wurde übrigens im vergangenen Jahr aufgestellt, da waren es weniger als 20 000 Badegäste.
Mit der Zeit wuchsen die Ansprüche: 1988 konnte das Bad mit einer neuen Attraktion aufwarten. Eine neue Riesenrutsche wurde aufgebaut. Kosten: 53 000 Mark. Drei Jahre später wurde die neue Solaranlage eingeweiht, mit deren Hilfe das Wasser erwärmt werden sollte. Schlechtes Wetter brachte 1993 den ersten Negativrekord: Bei nur 34 000 Badegästen machte das Bad eine halbe Million Mark Verlust.
1998 macht ein trauriger Unfall Schlagzeilen. Ein kleiner Junge ertrinkt, nachdem er im Wasser ohnmächtig geworden war.
Mittlerweile ist das Freibad in die Jahre gekommen. Immer wieder verzögern Bauarbeiten Saisonstarts. 2003 beginnt im Rat die Diskussion um den Erhalt. Pläne, ein Kombibad zu errichten, werden verworfen. 2005 wird das Freibad unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2006 wird saniert. Insgesamt investiert die Stadt laut einem Dreijahresplan über 2 Mio Euro in die Sanierung.
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