Die Motorengeräusche der Bomber wurden lauter
08.02.2012 | 17:47 Uhr 2012-02-08T17:47:00+0100
Hattingen. Die Ereignisse in seiner Heimatstadt lassen ihn nicht los. Gerhard Wojahn wuchs in „Klein Langenberg“ auf und überlebte eine Bombennacht im Zweiten Weltkrieg.
Dort, wo im Moment Bagger an der Großen Weilstraße die Pavillons vom ehemaligen Karstadt- und Hertiegebäude beseitigen um Platz für Kaufland zu schaffen, spielten früher einmal Kinder mit einem tanzenden Äffchen in einem idyllischen Ort: die Langenberger Straße, im Volksmund genannt „Klein Langenberg“.
Doch nicht immer friedlich ging es dort zu. Das weiß Gerhard Wojahn (83). Er wuchs in einem der Fachwerkhäuser aus dem Wohnviertel auf. Im Seniorenzentrum Kick zeigt er den Zuschauern alte Fotografien und Postkarten, auf denen die Hattinger Gassen, Straßen und Plätze ab 1900 zu sehen sind. Und er erzählt von einer schrecklichen Bombennacht im Zweiten Weltkrieg.
Neben diesem Ereignis empfindet Gerhard Wojahn seine Kindheit in Klein Langenberg als ruhig. „Wir Jungen und Mädchen konnten ungestört Hochzeit spielen, die Wäsche wurde vor der Haustür aufgehängt. Wenn der Scherenschleifer mit seinem Wägelchen in die Gasse kam, scharten wir uns um ihn. Er hatte ein Äffchen auf seiner Schulter, das er ein bisschen tanzen ließ.“ Manchmal kam ein Musiker mit Trompete in die Straße, dann öffneten die Bewohner die Fenster und warfen zehn Pfennig nach unten. „Acht Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert standen in dem beschaulichen und idyllischen Sträßchen“, erinnert sich Wojahn.
Dann der Bombenanschlag: „In der Nacht zum 14. Mai 1943 gab es zweimal Fliegeralarm.“ Wojahn hatte den Alarm zuvor missachtet, weil er nicht übermüdet zum Dienst am nächsten Morgen antreten wollte. Doch die Motorengeräusche der Bomber wurden immer lauter. Der damals 14-jährige Wojahn wollte also doch schnell zum Luftschutzraum ins Nachbarhaus eilen. „In dem Moment, als ich unsere Treppe zum Erdgeschoss hinunter huschte, krachte es direkt neben mir.“ Es brannte. Weitere Bomben fielen vom Himmel, Wojahn rannte zum Schutzraum und rief um Hilfe. „Zwei Männer schnappten sich die vor den Häuser stehenden Eimer mit Löschsand und deckten damit die feuerspeiende Stabbrandbombe im Schlafzimmer unseres Mitbewohners ab.“ Es war eine Nacht voller Angst und Schrecken, die Gerhard Wojahn zum Glück aber unversehrt überstand.
Noch viele weitere Jahre existierte Klein Langenberg. „Dann wurden die Häuser, die der Bombenkrieg nicht ausradiert hatte, von der Abrissbirne zerstört“, sagt Wojahn. „Durch die Stadt-Neuordnung und -Sanierung mussten die Bewohner um 1970 die Häuser -- teilweise mit Garten, Hühnern und Kaninchen -- verlassen.“ Heute bleiben nur noch die vielen Erinnerungen, die Wojahn an diesen Lebensabschnitt hat. „Schaut man heute in unser Sträßchen Klein Langenberg, dann sieht man auf Betonklötze, inzwischen erweitert durch das moderne Reschop-Carré.“
21:58
Erinnerungen an " mein " Hattingen .Bäcker und Konditorrei Grasediek und Pferde Metzger Müller . Mein schönstes erlebnis war einmal beim selbständigen einkauf einer Fleischwurst , die ich preiswert beim Pferdemetzger Müller kaufte . Unsere Mutter wunderte sich über die preiswerte Fleischwurst , merkte natürlich sofort bein auspacken das es keine " normale " Fleischwurst war . Ich brauchte nie wieder einkaufen . Mein Onkel kam extra von Bredenscheid , zu Fuß , um sich diese leckere Wurst ab zu holen .
Von uns hat keiner ein Stück davon probiert .