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Die K-Frage und andere Krimis

28.08.2012 | 23:00 Uhr
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Die K-Frage und andere Krimis
Sabine Kelm-SchmidtFoto: UK

Hattingen.  Sabine Kelm-Schmidt will die SPD Hattingen moderner aufstellen. Am Mittwoch ist neue Stadtverbandsvorsitzende 100 Tage im Amt.

„Die SPD Hattingen ist eine tolle Partei“, sagt Sabine Kelm-Schmidt. Natürlich: So oder so ähnlich muss sie das sagen. Weil sie seit dem 21. Mai Vorsitzende des Stadtverbandes ist und Erwartungen zu erfüllen hat. Allerdings ist die 42-jährige Blankensteinerin auch sicher, dass sie das sagen darf. Weil sie seit 23 Jahren SPD-Mitglied ist. Weil sie dem Ortsverein Hattingen-Mitte treu geblieben ist. Weil sie die Basis kennt. Mehr als ihre Funktionen – zehn Jahre stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende in Hattingen, seit 1999 Kreistagsmitglied in Schwelm, seit 2004 stellvertretende Landrätin – stellt Sabine Kelm-Schmidt ihr Heimatgefühl innerhalb der SPD heraus. Von den lebhaften Debatten zu Themen wie „Kein Blut für Öl“ in ihren Juso-Zeiten bis zum plötzlich anstehenden Landtagswahlkampf 2012, den sie in Hattingen für Rainer Bovermann organisierte, zieht die neue Parteichefin eine gerade Beziehungslinie. „Ich habe Spaß an der politischen Diskussion. Und in der Hattinger SPD kann man die prima führen.“

Vielleicht hat Kelm-Schmidt diese parteiinternen Debatten ja so intensiv geführt, dass die öffentliche Wahrnehmung zwangsläufig in den Hintergrund getreten ist. Denn: Bekannt ist die Partei-Strategin, die die Bürgermeister-Wahlkämpfe für Dagmar Goch 2004 und 2009 gestaltete, bei den Hattingerinnen und Hattingern nicht wirklich. Politische Meinungsbilder formulierten andere, nicht die doppelte Stellvertreterin in Stadtpartei und Kreisverwaltung. Apropos Bilder: Die gebürtige Bochumerin und Wahl-Blankensteinerin malt gerne. Auch Theater- und Konzertbesuche gehören zum Freizeitprogramm der zweifachen Mutter. Und gute Krimis.

Spannende Kandidaten-Frage

Womit wir bei der spannenden Kandidaten-Frage wären, wen die SPD für den Bürgermeister-Wahlkampf 2015 aufstellt. Dagmar Goch wird nicht mehr antreten. Und es gibt einige, die den Stabwechsel von Bovermann zu Kelm-Schmidt auch so interpretieren: Da möchte sich jemand zumindest die Chance sichern, bekannter zu werden, um 2015 eine Plattform zu haben. „Nein“, sagt dazu die, um die es geht. „Ich werde den Bürgermeister-Wahlkampf organisieren und nicht selbst kandidieren“, findet Kelm-Schmidt klare Worte.

„Wir müssen moderner werden“

Die hat sie auch für die Partei angekündigt. „Wir müssen moderner werden“, formuliert die 42-Jährige entlang des Spruchs „Die älteste Tradition der SPD ist, eine moderne Partei zu sein“. Verstärkter Zugriff auf soziale Netzwerke soll dabei helfen. Aber auch Pragmatismus beim Strukturwandel innerhalb der Partei. „Wenn wir denn immer älter werden, können doch auch immer mehr Ältere aktiv werden“, findet die stellvertretende Landrätin. Und fragt: „Warum kann eine AG 60plus für die Partei dann nicht Vormittagstermine übernehmen, die Berufstätige nicht schaffen?“

Strukturen anpassen, das ist die eine Seite. Die andere: sich um die Menschen kümmern. Sabine Kelm-Schmidt weiß, das gerade das Kümmern von ihr erwartet wird in einem Stadtverband, der in den vergangenen zehn Jahren fast die Hälfte seiner Mitglieder verloren hat. Das Zusammenspiel von Tradition und Moderne wird sie jetzt mehr als bisher diskutieren dürfen, moderieren müssen. Und auch mal groß gestalten: Im Jahr 2013 feiert die SPD Hattingen ihr 150-jähriges Bestehen.

Ulrich Laibacher

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