Die Hattinger Werkstatt der Architektur

Peter Damm öffnet die Pforten des Architekturbüros RDS Partner und erklärt den WAZ-Lesern die Planung und Entwicklung der Projekte, die das Büro in ganz Deutschland betreut.
Peter Damm öffnet die Pforten des Architekturbüros RDS Partner und erklärt den WAZ-Lesern die Planung und Entwicklung der Projekte, die das Büro in ganz Deutschland betreut.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
WAZ öffnet Pforten: Peter Damm zeigt, wie im Architekturbüro RDS Partner die Ideen für Millionen-Projekte entstehen.

Hattingen..  „Dass in unserer Stadt eine so renommierte international vertretene Firma sitzt, das habe ich gar nicht gewusst“, staunt Mechthild Fischer, als Peter Damm vom Architekturbüro RDS Partner vorstellt, welche Projekte das Büro realisiert. Sei es das größte zivile Bauvorhaben der Bundesrepublik – der Bau des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Insel Riems für 350 Millionen Euro – oder der Umbau der längsten Jugendherberge der Welt in Prora, die WAZ-Leser staunen. „Das hier ist die Werkstatt – da wo Architektur entsteht“, beschreibt Damm und zeigt die Kreativzentrale an der Ruhr.

Vieles entsteht am Computer. „Wir können Entwürfe drehen und aus der Luft betrachten“, erklärt er. „Als ich noch in einem Architekturbüro gearbeitet habe, fing das mit den Computern gerade erst an“, erinnert sich der gelernte Innenarchitekt Horst Wisch. „Wir können auch ohne Computer“, betont Damm.

Das beweist Mirwaiss Mussa um den sich die Gruppe schart. Neben ihm steht eine Palette Aquarellfarben. Den Besuchern zeigt er den Block mit seinen Entwürfen. „Das geht am besten per Hand. Am Rechner kann man nicht gut entwerfen“, sagt er. „Oh schön“ und „das sind richtige Kunstwerke“ staunen Gabriele Modemann und Ursula Grünendahl. Und Werner Grünendahl will wissen: „Muss das jeder hier können?“ Nein, sagt Mussa. Aber er habe schon als Kind gern gemalt. Peter Damm scherzt: „Wir könnten die Aquarelle auch als Originale verkaufen.“

Nebenan liegt auf einem Tisch neben zahlreichen Plänen auch ein Modell. Aus Styropor ist es gefertigt. „Das ist eine riesen Arbeit das zu bauen“, vermutet Gabriele Modemann. Hier im Haus an der Schleusenstraße würden aber nur Arbeitsmodelle gebaut, erklärt Peter Damm. Für die ausgefeilten Modelle habe man gar nicht die Maschinen – das erledigen Modellbauer.

Vor allem für die Präsentation der Ideen der Architekten helfen die hübsch ausgestalteten Zeichnungen und Modelle. Denn regelmäßig muss sich RDS Partner bei europaweiten Ausschreibungen dem Urteil von Jury und Bauherren stellen. „Wir nehmen an etwa 80 Verfahren im Jahr teil“, berichtet Peter Damm. Bis zur Auftragsvergabe investieren die Hattinger selbst in ihre Ideen: „Der Wettbewerb für ein kleines Krankenhaus kostet uns zum Beispiel um die 30 000 Euro“ – vom Entwurf über die Visualisierung bis zur Präsentation. Dafür konnte sich das Hattinger Architektenbüro auch schon zahlreiche Millionen-Aufträge sichern.

„Jetzt habe ich die ganze Zeit eine Reißschiene gesucht. Aber ich habe keine gesehen“, wundert sich Horst Wisch zum Abschluss der Tour. „Die sind gut versteckt“, lacht Peter Damm, erfüllt aber den Wunsch des WAZ-Lesers.