Die Busse bleiben leer
11.09.2012 | 16:47 Uhr 2012-09-11T16:47:00+0200
Hattingen. Seit die Schwimmbrücke zwischen Hattingen und Bochum gesperrt ist, teilen sich zwei Linien die Strecke. Doch kaum jemand nimmt das Angebot an.
Lange Zeit galt die Pontonbrücke zwischen Essen/Hattingen und Bochum als eines der kürzesten Nahverkehrslöcher im Ruhrgebiet. Doch seit die Schwimmbrücke für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen gesperrt ist, darf auch kein Bus mehr die Ruhr an dieser Stelle überqueren.
Die Lösung: Man zerlegte die alte Linie 359 (Burgaltendorf Burgruine bis Hattingen S-Bahnhof) der Bogestra in zwei Teile. Die 159 auf Essener und die neue 359 auf Bochumer Seite der Ruhr. Die knapp 200 Meter zwischen den Haltestellen, über die Schwimmbrücke, müssen die Fahrgäste seitdem zu Fuß passieren. Sieben Minuten haben sie dafür Zeit. Ein Angebot, das scheinbar gut durchdacht ist, aber in der Realität kaum angenommen wird.
Nur sehr wenige Fahrgäste
Die Hattinger Zeitung machte den Test und stellte sich eine Stunde an die Brücke. Kein einziger Fahrgast der beiden Linien war in dieser Zeit zu sehen. Albert Gluch überrascht das nicht. Der Busfahrer der Linie 159: „Wir haben nur sehr selten Fahrgäste. Heute waren es gerade einmal drei Leute. Man merkt schon, dass viel weniger Leute die Linie nutzen, seit die Brücke gesperrt ist.“ Besonders von älteren Menschen habe er gehört, dass sie die Strecke nun meiden würden, weil der Weg über die Brücke zu beschwerlich, oder die sieben Minuten Überbrückung zu kurz seien. „Dabei funktioniert die Koordination mit der Linie 359 eigentlich sehr gut.“ So stehe er mit dem Fahrer des anderen Busses über Funk in Verbindung, damit die Fahrzeuge möglichst gleichzeitig an den Haltestellen ankämen, so Gluch.
Der Bogestra ist das geringe Fahrgastaufkommen im Bereich der Schwimmbrücke bekannt. Tatsächlich sei die Linie 359 aber auch vor der Sperrung nie besonders stark genutzt worden. „Überlegungen, das System zu ändern gibt es derzeit nicht“, so Pressesprecherin Sandra Bruns. Eine Variante, die in der Vergangenheit zur Sprache kam, sei der Einsatz eines leichteren Busses gewesen. Der Vorschlag sei letztlich aber an Kosten und Aufwand gescheitert. „Nur eine kostenneutrale Lösung kommt in Frage“, so Bruns.
Neue Brücke wäre zu teuer
Innerhalb der politischen Parteien in Hattingen war die Nahverkehrssituation an der Schwimmbrücke in den vergangenen Monaten häufiger ein Thema. So auch bei der CDU in Niederwenigern. „Natürlich ist es so, wie es jetzt ist, nicht zufriedenstellend“, sagt OV-Vorsitzender Heinz-Theo Haske. „Aber man muss sich fragen, welche realistischen Alternativen es geben kann.“ Eine Idee war etwa ein Sammel-Taxi, das die Fahrgäste über die Brücke bringt. Weil sich kein Taxi-Unternehmen finden ließ, blieb es jedoch bei der Idee.
„Die Anwohner hätten natürlich am liebsten, dass die Brücke wieder freigegeben wird. Aber das ist nicht möglich“, sagt Haske. Auch von der Illusion, dass in naher Zukunft eine neue Brücke gebaut werde, müsse man sich frei machen. „Das wird nicht passieren. Es wäre einfach zu teuer und zeitaufwendig.“ Dass manche Menschen die sieben Minuten Wartezeit als zu kurz ansehen, um die Brücke zu passieren, davon habe Haske auch schon gehört. „Da gibt es unterschiedliche Meinungen, ich sehe das nicht so.“
21:24
Vor allem würden mich mal die Kosten für die Poller interessieren, die mindestens 1x pro Woche erneuert werden müssen. Was das alles auf die Jahre kostet !
17:51
Es gibt bestimmt eine Baufirma in Deutschland die eine billig Brücke bauen können! Ich würde mal ein paar Angebote einholen!
lieber nicht, wir haben in Deutschland schon genug Bauruinen.
Aber danke das Sie sich gemeldet haben.