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Die Belebung blieb aus

12.07.2012 | 09:00 Uhr
Die Belebung blieb aus
Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.  Die Hattinger Zeitung hat bei den Geschäftsinhabern an der oberen Heggerstraße nachgefragt, was ihnen die Neugestaltung im vergangenen Jahr gebracht hat.

Gut ein Dreivierteljahr ist es her, dass die obere Heggerstraße saniert wurde. Endlich, atmeten die Geschäftsinhaber auf, die viele Jahre um eine Aufwertung des Fußgänger-Areals zwischen Augusta- und Welperstraße gekämpft hatten. Rund 5700 Quadratmeter neue Pflastersteine wurden verlegt, die Stadt nutzte etwa eine Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II , um die Arbeiten durchzuführen. Jetzt ist alles ebenmäßig und einheitlich grau. Aber hat sich die Investition auch für die anliegenden Geschäfte und Lokale gelohnt? Die Hattinger Zeitung fragt nach, ob das neue Pflaster auch neue Kunden gebracht hat.

„Ich habe nicht den Eindruck, dass wegen des neuen Straßenbelags mehr Kunden kommen“, sagt Markus Lesmeister vom gleichnamigen Bekleidungsgeschäft. Allerdings: „Das hat aber womöglich auch etwas mit der generellen Finanzkrise zu tun. Die Menschen sind Euro-durcheinander.“

Der Handel klage derzeit allgemein. Bei Lesmeister sei die Kundenfrequenz mit altem und neuem Straßenbelag im Grunde gleich gut geblieben, so der Inhaber. Gelohnt habe sich die Sanierung aber allemal. „Die Straße war vorher eine einzige Katastrophe.“ Immer mal wieder höre er auch von Kunden, die die neu gestaltete Straße mit ihren Bäumen und Bänken lobten.

„Es hat einen ästhetischen Effekt, klar. Aber wirklich aufgewertet wird die Stadt dadurch nicht“, sagt Alberto Fabbro, dem das Eis­café San Remo schräg gegenüber von Lesmeister gehört. Dass er nun mehr Eiskugeln verkaufe, könne er auch nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Die Bauarbeiten im vergangenen Jahr waren schlimm. Es war laut und staubig und das tagtäglich bis in den späten Nachmittag.“ Was er da an Verlusten gemacht hätte, würde er auch in diesem Jahr nicht wieder so schnell reinholen.

So schön die Straße jetzt auch sei, viel Positives könne er der neuen Bepflasterung nicht abgewinnen. „Als Eisdiele leben wir hier natürlich in erster Linie von Laufkundschaft.“ Kaum ein Gast komme ganz gezielt zu ihm. „Wenn ich nun meine Toiletten vergolden würde, dann kämen ja auch nicht automatisch mehr Gäste.“ So ähnlich sei dies auch mit den Pflastersteinen auf der Heggerstraße.

Nur zwei Häuser weiter steht Gögay Kahraman hinter der Theke seiner City-Textilreinigung. „Einige Kunden sagen mir, dass es jetzt viel besser ist. Vorher sah es wirklich schlimm aus, das stimmt.“ Nun sehe das Pflaster gut aus.

Aber auch der Textilreinigungsmeister hat etwas zu kritisieren: Kahraman beklagt sich vor allem über die neuen Sitzgelegenheiten, die seiner Meinung nach „nicht sehr gut“ gelungen seien. Er kann dies beurteilen, denn direkt vor seinem Ladenfenster stehen zwei der hölzernen Bänke, die sich nun gegenüber stehen und nicht parallel zum Straßenverlauf stehen. „Ich sehe ja täglich die Menschen, die dort verweilen.“ Ältere Menschen seien kaum dabei. Denn: Die ­Bänke haben keine Rückenlehnen. Zudem seien sie nicht optimal ausgerichtet, so Kahraman.

Daniel Roeschies

Kommentare
12.07.2012
21:27
Die Belebung blieb aus
von zauberlehrer | #1

Die Belebung allein durch eine neue Pflasterung soll doch wohl ein Witz sein .
Es fehlen anziehende Geschäfte . Meine Frau u. Schwiegermutter waren...
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