Die Basis und das Geld
01.02.2010 | 18:04 Uhr 2010-02-01T18:04:00+0100
Neue Vorwürfe gegen Regina van Dinther: Sie soll zwölf Jahre keine CDU-Mitgliedsbeiträge gezahlt haben.
Die Stellungnahme kam Montagmittag und war drei Sätze lang. „Die CDU Ennepe-Ruhr hat keinerlei finanzielle Forderungen gegen Regina van Dinther MdL. Frau van Dinther hat in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt in ihrer 10-jährigen Amtszeit als Vorsitzende der Hattinger CDU – weit mehr als ihre Pflicht getan. Die CDU-Ennepe-Ruhr ist stolz darauf, mit der Landtagspräsidentin ein so herausragendes Mitglied in ihren Reihen zu haben und unterstützt sie in vollem Umfang.”
Die da von Ralf Brauksiepe, dem Kreisvorsitzenden der EN-CDU, in vollem Umfang unterstützt wird, hat es in diesen Tagen bitter nötig. In der vergangenen Woche rückte van Dinther wegen der üppigen Honorare für ihr Engagement im RAG-Regionalbeirat in den Fokus. Am Sonntag dann der nächste Geld-Fall: Zwölf Jahre soll sie keine Mitgliedsbeiträge an die CDU-Parteikasse gezahlt haben. Ein Vorwurf, der im September 2009 in schriftlicher Mahn-Form vom damaligen Kreisgeschäftsführer der EN-CDU erhoben wurde und von der Partei ebenso wenig dementiert wird wie die Antwort der Landtagspräsidentin.
„Es hat diesen Vorgang gegeben und die Angelegenheit ist geklärt worden”, so Gerhard Nörenberg auf Nachfrage der Hattinger Zeitung. Weiter äußern will sich Hattingens CDU-Partei- und Fraktionschef nicht. In Finanzsachen sei der Stadtverband ja nur eine Unterorganisation des Kreises. Und parteiinterne Dinge kommentiere er nicht.
So bleiben sie also im Raum stehen: der Vorwurf, Regina van Dinther sei bis 2009 insgesamt zwölf Jahresbeiträge schuldig geblieben; und die Vermutung, sie habe die Zah-lungen ebenso erst nachträglich angewiesen wie die Spende an die Evangelische Stiftung Volmarstein im Zuge der Berichterstattung über die RAG-Honorare – unter öffentlichem Druck.
Apropos öffentlich: Wie jetzt – drei Monate vor der Landtagswahl – hatte schon im Februar 2005 ein mitteilsamer Christdemokrat der EN-Parteibasis eine pikante Finanzgeschichte um Regina van Dinther ausgeplaudert. Damals war der Hattinger CDU-Stadtverband pleite – ein Zustand, für den die damalige Chefin van Dinther die Verantwortung übernahm.
Weil die Kommunalwahl 2004 in die für den CDU-Kandidaten Frank Burbulla äußerst aussichtsreiche Stichwahl ging, mobilisierte die Orts-CDU noch einmal alle Kräfte – auch die finanziellen. Ergebnis: Burbulla unterlag knapp. Und in der Kasse fehlte ein fünfstelliger Betrag. Der sei, so van Dinther seinerzeit, zwar niedriger als die vermeldeten 35 000 Euro. Führte aber immerhin dazu, dass die Hattinger CDU den Mietvertrag für ihr Parteibüro kündigen musste und ihre Mandatsträger kräftiger zur Kasse bat. Ein Sparkurs mit Zeitschiene. 2006 ging CDU-Kassiererin Sabine Noll davon aus, es werde wohl 2008 oder 2009 werden, bis die Hattinger CDU wieder schuldenfrei ist.
Regina van Dinther kam 2005 weder als Direktkandidatin noch über die Liste in den Landtag. Sie rückte nach – und wurde Präsidentin.
Nörenberg folgte van Dinther
Es war eine Überraschung auch für die Parteibasis. Im Oktober 2006 verzichtete Regina van Dinther nach zehn Jahren auf eine Wiederwahl als CDU- Stadtverbandsvorsitzende. Über die Einladung hatten die Delegierten des Parteitages vom Rückzug van Dinthers von der örtlichen Parteispitze erfahren. Der Öffentlichkeit hatte die Winz-Baakerin ihre Entscheidung bis zuletzt verschwiegen. Ihr Nachfolger wurde Gerhard Nörenberg – mit 55 von 60 Stimmen.
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