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Gleichstellungsbeauftragte

Die alten Hexen bleiben im Schrank

11.10.2012 | 20:00 Uhr
Die alten Hexen bleiben im Schrank
Jutta DincaFoto: Stefan Arend

Hattingen.  Neue Gleichstellungsbeauftragte Jutta Dinca freut sich auf Zusammenarbeit mit Frauen und Männern.

Bisher hat sie sich gescheut, den Schrank zu hart anzupacken. Deshalb stand eine Tür offen. Fürs Foto drückt ihn Jutta Dinca energisch zu. Und siehe da: Alles bleibt heil. Die Hexen, die ihre Vorgängerin Ingrid Wawrzyniak im Amtszimmer gelassen hat, will die neue Frauenbeauftragte jedenfalls nicht rausholen. Und was ihre Fußstapfen angeht: Da will die 30-Jährige erst einmal in Erfahrung bringen, wohin sich die Frau bewegt hat, die für Gleichstellung zuständig war, seit die Stadt 1986 eine Stelle dafür eingerichtet hat, was Schwerpunkte waren und wo sie später ihre eigenen setzen kann.

Schließlich hat die geborene Hattingerin, die seit einem Jahr wieder in der Ruhrstadt lebt, gerade erst angefangen zum Beginn des Monats. Ob sie die Stelle auch unter den vorherigen Bedingungen genommen hätte – schlechtere Bezahlung und Ganztagsstelle, wie sie zuerst intern bei der Hattinger Stadtverwaltung ausgeschrieben war – die Frage stellt sich für sie nicht.

Was sich stellt, ist die Abarbeitung des vom Rat beschlossenen Frauenaktionsplans, den sich die neue Gleichstellungsbeauftragte vornimmt. Gut findet sie beispielsweise die Frauenmitfahrzentrale. Sie selbst hat zwar keine Probleme mit Angsträumen, findet es aber spannend herauszufinden, wie Männer und Frauen da ticken. Schließlich hat sie nicht nur Politikwissenschaft studiert, sondern ist auch firm in Kriminologie. Das Thema Angsträume soll auch im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungskonzept 2030 aufgegriffen, eine Architektin eingeladen werden.

Die neue Gleichstellungsbeauftragte hat nicht etwa schon als Kind davon geträumt, mitzuhelfen, Männern und Frauen gleiche Chancen zu schaffen. Jura hat sie studiert nicht um Anwältin oder Richterin zu werden, sondern weil das Fach sie interessiert hat und es etwas Bodenständiges sein sollte. Sie selbst fühlt sich gleichberechtigt, „ich hatte nie Anlass, mich benachteiligt zu fühlen“. Sieht auch im Freundeskreis keine Probleme, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Auch Männer blieben da zu Hause, um Kinder zu erziehen.

Sie räumt aber ein, dass man genau hinschauen muss, um eventuelle Hindernisse für Frauen zu beseitigen. In der Entwicklungshilfe etwa müsse man nicht dem Häuptling das Geld in die Hand drücken. Bei den Frauen, die den Nachwuchs versorgen und die Familie durchbringen, sei es da oft besser aufgehoben.

Nicht nur für Frauen will Jutta Dinca Ansprechpartnerin sein – die erste Besucherin hat sich auch schon nach Weiterbildung erkundigt – sondern auch für Männer. Gleichstellung sieht sie als Aufgabe aller an, die in kleinen Schritten gegangen wird. Konfrontation scheut sie nicht – wenn es die Sache erfordert. In ihrer Freizeit macht sie gern Sport und spielt Rugby. Früher hat sie auch gern Theater gespielt.

Brigitte Ulitschka



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