DGB: Mindestlohn hilft 3991 im EN-Kreis

In vielen Branchen gilt vom 1. Januar 2015 an der Mindestlohn.
In vielen Branchen gilt vom 1. Januar 2015 an der Mindestlohn.
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Was wir bereits wissen
Vollzeitbeschäftigte werden vom 1. Januar 2015 an besser bezahlt. Auch Teilzeitbeschäftigte und Minijobber könnten Vorteile haben. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Neuregelung

3991 Vollzeitbeschäftigte im EN-Kreis werden nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes vom 1. Januar 2015 an vom Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro profitieren. Dies entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent aller 69 065 Vollzeitbeschäftigten. Der DGB geht davon aus, dass bei den 23 955 sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten im Kreis und insbesondere bei den 27 118 Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren werden, noch deutlich höher liegt. Er gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Ab wann gilt der Mindestlohn und wie hoch wird er sein?

Von Januar 2015 erhalten alle Beschäftigten grundsätzlich mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde. Es gelten jedoch Übergangsfristen für manche Branchen bis Ende 2017.

Was ist mit den Saisonarbeitern, gilt für sie eine Sonderregel?

Beschäftigte, die befristet in einer Saison etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der Landwirtschaft arbeiten, erhalten den Mindestlohn. Allerdings gibt es voraussichtlich in der Landwirtschaft einen Tarifvertrag, der erst in 2017 den Mindestlohn erreicht und ab November 2017 auch überschreitet.

Gibt es weitere Ausnahmen?

Ja, für Zeitungszusteller. Sie haben ab 1. Januar 2015 mindestens Anspruch auf 75 Prozent des Mindestlohns (6,38 Euro), ab 1. Januar 2016 auf 85 Prozent (7,23 Euro) und von 2017 an dann Anspruch auf mindestens 8,50 Euro pro Stunde.

Gilt der Mindestlohn auch für ausländische Beschäftigte?

Ja, alle Beschäftigten, die in Deutschland arbeiten, haben ab 2015 grundsätzlich Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 Euro. Das gilt auch, wenn die Beschäftigten oder ihre Unternehmen aus dem Ausland kommen.

Welche Personengruppen sind noch ausgenommen?

Minderjährige sind ausgeschlossen. Auch für Auszubildende, junge Leute in Einstiegsqualifizierungen oder Pflichtpraktikanten im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums gilt der Mindestlohn nicht. Menschen im freiwilligen Orientierungspraktikum haben nach drei Monaten Anspruch, Langzeitarbeitslose sechs Monate nach Aufnahme einer Tätigkeit.

Gelten die Branchenmindestlöhne?

Ja, sie behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Kein Arbeitgeber darf sie mit dem Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn kürzen.

Haben Minijobber Anspruch auf den Mindestlohn?

Ja, auch Volljährige mit geringfügiger Beschäftigung (bis zu 450 Euro) haben Anspruch auf 8,50 Euro pro Stunde. Das Gehalt wird bei Minijobbern ohne Abzüge ausgezahlt.