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Stadtgeschichte

Der Wandel im Steinhagen

05.09.2012 | 18:49 Uhr
Der Wandel im Steinhagen
Das Ackerbürgerhaus während der Sanierung in den 1970er Jahren.Foto: Sammlung Wojahn

Hattingen.   Auf den ersten Blick hin hat sich im Steinhagen seit dem Jahr 1911 nicht viel verändert

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke zur St. Georg-Straße wurde schon vor dem Dreißigjährigen Krieg gebaut. Es war das letzte großbürgerliche Fachwerkhaus der Renaissance. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts unterhielt hier Heinrich Dellmann ein großes Lager an Haus- und Küchengeräten, Werkzeugen und Eisenwaren. Nun ist es das Domizil des Cafés „Alte Löwen Apotheke“.

Dahinter folgt das einzige in der Altstadt erhalten gebliebene, charakteristische Ackerbürgerhaus. Der Fachwerkbau wurde 1729 errichtet und als Bauernhof genutzt. Zur Straße hin lagen die Wohnräume, rückwärtig waren die Stallungen und der Wirtschaftsbereich. Hinter dem Gehöft befindet sich das Speicherhaus. Bauern, die Felder und Weiden vor den Toren der Stadt besaßen, bevorzugten gern den Schutz durch die Stadtmauern. Später, als die Landwirtschaft aufgegeben wurde, ließen sich hier eine Kupferschmiede, eine Bäckerei und ein Lederhandel nieder.

Das Haus Steinhagen 6-8 drohte im Jahr 1968 aufgrund der schlechten Bausubstanz einzustürzen. Es wurde aber nicht abgerissen, sondern saniert. Aus den alten Balken entstand das Hotel-Restaurant „Zur Alten Krone“.

An der rechten Straßenseite vorn, wo vor rund hundert Jahren die Conditorei Otto Ibing war, betreibt die Familie Nieland schon seit mehreren Generationen ihre Bäckerei und Konditorei. Dahinter zweigt die Kleine Oststraße (Pariser Gasse) zur Emschestraße ab. Anschließend war das Geschäft des Adolf Kalsbach für Drogerie-, Farb- und Colonialwaren.

Über der Kirchplatztreppe scheinen die Hausdächer fast aneinander zu stoßen, aber der schiefe Turm der St. Georgskirche beherrscht das Bild.

Offensichtlich sind die Besucher der Altstadt von dem malerischen Straßenabschnitt zwischen dem Kirchplatz, der Kuhgasse und der Pariser Gasse beeindruckt. Denn oft schießen sie in diesem Hattinger Malerviertel Bilder für die Leinwand daheim. Straßen-Restaurants und Cafés laden die Gäste zum Pausieren und Plaudern ein.

Von Gerhard Wojahn

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