Der schwierige Weg zurück in den Job

Sie haben daneben gelegen. „Eigentlich hatten wir die Erwartungshaltung, dass die Arbeitslosenzahlen deutlich zurückgehen würden“, erinnert sich Jürgen Ubowski, Regionalstellenleiter des Jobcenters EN in Hattingen, an den Start von Hartz IV vor zehn Jahren. Doch das habe sich „in der Praxis als schwieriger als erwartet“ erwiesen. Zum 1. Januar 2005, als Sozial- und Arbeitslosenhilfe zusammengelegt wurden, ist der frühere Sozialamtsmitarbeiter in die Job-Agentur EN, heute Jobcenter EN, gewechselt.

Aktuell 4712 Bürger, die von Hartz IV leben (dazu zählen auch Kinder), werden von Mitarbeitern des Jobcenters EN in der Regionalstelle Hattingen betreut, darunter 1537 Arbeitslose (nach Sozialgesetzbuch, Zweites Buch). 2006 hatte die Zahl der Hattinger Hartz-IV-Empfänger bei 4685 Personen gelegen, davon 1750 Arbeitslose.

Die Gruppen derjenigen, die sich besonders schwer in Arbeit vermitteln lassen, sind in zehn Jahren Hartz IV dabei nur teils die gleichen geblieben: Alleinerziehende Frauen mit (kleinen) Kindern gehören seit jeher dazu, Menschen ohne Abschluss. Aber immer mehr auch Niedrigqualifizierte, so Ubowski: „Niedrig qualifizierte Jobs gibt es inzwischen ja kaum noch.“ Langzeitarbeitslose hätten es dabei besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt. Noch in diesem Jahr soll nicht zuletzt deshalb ein neues Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose aufgelegt werden; das Jobcenter EN, so Obowski, wolle daran teilnehmen.

Was es aus seiner Sicht zu verbessern gäbe zehn Jahre nach Einführung von Hartz IV? Jürgen Ubowski sagt, er würde eine Lockerung der Sanktionen für Unter-25-Jährige begrüßen, diese hält er im Vergleich zu den Sanktionen, die bei älteren Erwerbslosen greifen, „für zu hart“. Und auch eine Vereinfachung des Leistungsrechts fände er sinnvoll.

„Ganz sicher etwas vereinfachen“, sagt derweil Manfred Gosker, geschäftsführender Vorstand des Vereins HAZ (für: Hattingen Arbeit + Zukunft) könne man auch bei den Hartz-IV-Leistungsbescheiden, „die sind oft schwer verständlich“. Über 1500 Termine zur Erwerbslosenberatung habe das HAZ auch deshalb 2014 vergeben. „Der Beratungsbedarf ist groß. Tendenz steigend.“ Was er sich wünscht nach zehn Jahren Hartz IV? „Der Staat müsste viel mehr Geld in die Hand nehmen, um arbeitslosen Menschen hier eine Perspektive zu geben, wie sie ihren Lebensunterhalt wieder selbst bestreiten können.“