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Der Radiologe und das Radio

13.03.2012 | 09:00 Uhr
Der Radiologe und das Radio
Prof. Dietrich Grönemeyer besuchte am Montag die Grundschule in Holthausen.

Hattingen.  Dietrich Grönemeyer besuchte die Grundschule Holthausen und las aus seinem Kinderbuch „Der kleine Medicus“.

„Medizinische Aufklärungsarbeit sollte schon in der frühen Schulzeit beginnen“, ist sich Dietrich Grönemeyer sicher. Aus diesem Grund besuchte der Arzt gestern die Grundschule Holthausen. Mit im Gepäck: sein Kinderbuch „Der kleine Medicus“ und jede Menge interessante Geschichten aus der Welt der Medizin.

Knapp 300 Kinder versammelten sich im Schulfoyer und folgten dem „interaktiven Gesundheitsunterricht“, wie Grönemeyer es nennt. „Ich bin Radiologe. Ich repariere Radios“, stellt er sich dem jungen Publikum vor. Das sei natürlich Quatsch. Menschen röntgen, sie durchleuchten, das mache er. „Wurdet ihr schon einmal geröntgt?“, fragt er in die Menge. Viele Kinderfinger zeigen auf. „Wieso ist das Röntgen denn so gefährlich?“, will der Bücher schreibende Mediziner wissen. „Wegen der Strahlung“, ruft Nils. „Vollkommen richtig.“ Die Kinder jubeln. Immer wieder fragt Grönemeyer, der in Sprockhövel lebt, bei den Kindern nach. Lässt sie selbst erzählen. Und erklärt, wozu rote Blutkörperchen da sind, wie Akupunktur funktioniert und dass die Kinder nicht zu viel mit dem Handy telefonieren sollten, weil man nicht wisse, ob die Strahlung gefährlich ist. Zwischendurch liest er ein paar Zeilen aus „Der kleine Medicus“. Man merkt, der Umgang mit den Kindern liegt ihm sehr.

In Sachen Unterhaltung steht er seinem singenden, jüngeren Bruder in nichts nach. „Es ist toll die begeisterten Kinder zu sehen. Wie sie immer noch mehr wissen wollen.“ Dann macht Grönemeyer Dehnübungen vor. Beugen nach rechts, nach links und auf einem Bein stehen. „Und jetzt Kniebeugen und die Hand bewegen, als ob ihr euch die Zähne putzt.“ Ein paar Kinder verlieren das Gleichgewicht. „80 Prozent der Kinder können nicht eine Minute auf einem Bein stehen“, sagt Dietrich Grönemeyer später.

Ziel der Veranstaltung: „Begeisterung schaffen für die Medizin. Die Kinder sollen aber auch mehr Eigenverantwortung für sich lernen.“ Auf die eigene Gesundheit achtzugeben, heiße etwa auch, nicht ständig zum Arzt zu rennen. Damit er sein Publikum nicht mit trockenen, medizinischen Fakten langweilen muss, hat der 59-Jährige bereits 2005 den kleinen Medicus erdacht. Ein bisschen wie die Zeichentrickserie „Es war einmal das Leben“ seien die Geschichten. In einem Mini-U-Boot wird der Leser mitgenommen auf eine Reise durch das Innere des menschlichen Körpers.

So amüsant das Buch auch sei, die gesundheitliche Situation der Kinder ist bedenklich. Viele litten an chronischen Erkrankungen. „70 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben regelmäßig Rückenschmerzen“, sagt Grönemeyer. Als Begründung nennt er wenig Bewegung und viel Fernsehen. Hinzu komme psychischer Stress.

Grönemeyers Forderung: Ein wöchentlicher Gesundheitsunterricht an den Grundschulen. „Es sollte eine Mischung aus Sport und Bewegung sein.“

Daniel Roeschies

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2012-03-13 09:00
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