Der Preis der Wache und Plan C
10.02.2012 | 16:50 Uhr 2012-02-10T16:50:00+0100
Hattingen. Die Stadt muss ihr Wohneigentum zügig verkaufen.
Seit elf Jahren wartet die Hattinger Feuerwehr auf den Bau einer neuen Wache. Jetzt soll sie endlich kommen, Ende 2013 oder Anfang 2014 am Wildhagen in Betrieb gehen. Die Ergebnisse der öffentlichen Ausschreibungen sind da. Die Aufträge sollen im April vergeben werden, damit im Herbst Baubeginn sein kann.
Auch auf einer zweiten Zeitschiene will die Stadt jetzt Gas geben: beim Verkauf großer Teile ihres Wohnungsbestandes. Wie berichtet, muss mit 4,2 Millionen Euro rund ein Drittel der Kosten für die neue Wache über Verkaufserlöse hereinkommen. 47 ihrer insgesamt 63 Wohnhäuser will die Stadtverwaltung dazu möglichst schnell los werden. Und bittet die Politik jetzt um Zustimmung für Plan C.
Grund: Die Pläne A und B haben nicht funktioniert. Plan A – das war die Idee, den Wohnungsbestand möglichst komplett an ein örtliches Wohnungsunternehmen zu verkaufen. Aber: HWG und Gartenstadt Hüttenau winkten ab. Plan B – das war das Angebot, alle Wohnungen eines Hauses als Eigentumseinheiten an die Mieter zu veräußern. Nur: Geklappt hat das nirgendwo.
Nun also Plan C: Ein ganzes Haus wird an einen Mieter verkauft. Das könnte funktionieren. Von zunächst zwölf Bewerbern führen aktuell noch sieben Verhandlungen mit der Stadt. Ob diese Variante weitere Kreise zieht oder am Ende doch fast alles gegen Höchstgebot öffentlich ausgeschrieben wird – Stadtkämmerer Frank Burbulla beruhigt die Mieter: „In jedem Fall gilt die Sozialklausel mit fünf Jahren Kündigungsschutz.“
Dass die gesamten 4,2 Millionen Euro da sind, wenn sie gebraucht werden, könnte eng werden. Burbulla: „Das wissen alle, Politik und Finanzaufsicht. Zur Not müssen wir mit Krediten überbrücken.“
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