Das aktuelle Wetter Hattingen 17°C
Serie „Was macht...

Der Mann, der die Händler kaufte

25.11.2011 | 18:05 Uhr
Der Mann, der die Händler kaufte

Hattingen.   Als die Kelly Family mit dem Bollerwagen kam: Peter Schneider spricht über die ehemalige Werbegemeinschaft

Manche sprechen von ihm als einem, der jeden Pflasterstein in der Altstadt kennt. „Das stimmt so nicht, es gibt ja jetzt neue auf der Heggerstraße“, scherzt Peter Schneider. Mehr als zwanzig Jahre engagierte er sich für die Werbegemeinschaft Hattingen. 1985 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Die Mitglieder der Werbegemeinschaft setzten sich ehrenamtlich für die Stadt ein, organisierten Veranstaltungen, den Weihnachtsmarkt. „Das heutige Stadtmarketing gab es damals noch nicht“, erklärt Peter Schneider. In den Zeitungen und im Radio machten sie Werbung. „Zu Glanzzeiten hatten wir 85 Mitglieder, vor allem Kaufleute und Kaufhäuser wie Karstadt oder Woolworth, die uns unterstützten.“ Denn: „Geld ist sowieso nie genug da.“ Der 59-Jährige schaffte es, aus einem kleinen Weihnachtsmarkt mit 25 Häuschen einen mit 107 zu machen. „Wir fuhren dafür ins Erzgebirge oder nach Thüringen, suchten besondere Kunsthandwerker, wie Glasbläser.“ Denn Händler für den Hattinger Weihnachtsmarkt zu gewinnen, war nicht so einfach wie gedacht. „Händler müssen großen Umsatz machen, damit sich der Einsatz für sie lohnt, die gehen deshalb am liebsten in große Städte, wo noch mehr los ist. Deshalb mussten wir auch Händler einkaufen.“

Die Kelly Family haben sie damals aber als Schnäppchen bekommen. Sie trat im Krämersdorf auf. „Das war ein Knaller“, erinnert sich Schneider, „Ende der 80er Jahre kamen sie mit einem Bollerwagen, in dem die Gesangsanlage lag. Das Krämersdorf war rappelvoll, da passte kein Fuß mehr rein.“ Heute möchte Peter Schneider den Weihnachtsrummel lieber den großen Städten überlassen. „Hattingen ist bekannt für seinen nostalgischen Weihnachtsmarkt, es soll keine Kirmes daraus werden.“

Als sich 2006 das Stadtmarketing gründete, löste sich die Werbegemeinschaft auf. „Das war auch gut so, wir haben immer gesagt, dass wir aufhören, sobald es ein professionelles Marketing gibt.“ Doch fortwährend mischte Peter Schneider weiter mit. Auch heute arbeitet er noch für das Stadtmarketing. Er ist zwar freier Versicherungsmakler, aber auch technischer Dienstleister für das Stadtmarketing. So plant und kontrolliert er weiterhin den Aufbau des Weihnachtsmarkts. Und lobt: „Dank Alfred Schulte-Stade ist der Kirchplatz wunderschön und beliebter geworden.“ Auch heute noch beschäftigt sich Schneider mit Ideen für den Weihnachtsmarkt, wünscht sich, noch mehr außergewöhnliche Kunsthandwerker oder Angebote zur Winter- und Adventszeit zu gewinnen. „Einen Schmied oder einen Holzschnitzer gibt es hier noch nicht. Das wären Blickfänge.“ Die meisten Händler kommen seit Jahrzehnten zum Weihnachtsmarkt. Heute ist Peter Schneider sehr zufrieden mit der Entwicklung. „Wir stehen bei den Weihnachtsmarkttouristen ganz weit oben“, sagt Schneider, „kaum eine Kleinstadt hat vier Wochen lang einen Weihnachtsmarkt.“

Was macht Peter Schneider, jetzt, wo der Weihnachtsmarkt fertig aufgebaut und im Gange ist? „Ich habe zwei aktive Jack Russell Terrier und eine nette Familie.“ Und das Radfahren kommt nicht mehr zu kurz.

Lene Lemmer

Facebook
 
Kommentare
19.03.2012
05:18
Der Mann, der die Händler kaufte
von Machfeddich | #2

Es wäre schön, wenn mal etwas neues in der Serie "was macht eigentlich" stände.
Einige Monate schon der gleiche Artikel.
Ich kann es langsam wirklich nicht mehr sehen.

25.11.2011
22:32
Guter Mann
von Nie_wieder | #1

Peter Schneider hat Vedienstge, die der Schorschi vom Marketing niemals nicht schafen wird.

Das Stadtmarketing ist ein teurer Flop. Keineswegs professionell, wohl aber deutlich schlechter als die gute alte Werbegemeinschaft. Die stemmte aus Überzeugung, was heute nur noch halbherzig weiter betrieben wird.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6107528/create

Aktuelle Fotos und Videos
Integrationsfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Taufstein als ökumenisches Verbindungsglied
Bildgalerie
Kirche
Pfingstkirmes
Bildgalerie
Rummel
Aus dem Ressort
VHS im Zweckverband ist vom Tisch
Volkshochschule
Hattinger Beitritt abgelehnt. Einrichtungen sind zu unterschiedlich. Kooperationen angestrebt.
Quartett unterstützt Bildungsarbeit
Förderverein
Vorstand des VHS-Fördervereins setzt auf Ideen und Projekte.