Der lange Winter kostet Hattingen viel Geld
12.03.2010 | 15:52 Uhr 2010-03-12T15:52:00+0100
Hattingen. Er ist noch nicht gegangen und hat doch schon tiefe, teure Wunden geschlagen. Der Winter reißt nicht nur Löcher in die Hattinger Straßen, sondern auch in den städtischen Haushalt. Da stellt sich die Frage: Was kostet der Winter?
Der starke Schneefall zwang die Räumdienste der Stadtbetriebe zum Dauereinsatz, die eisglatten Straßen die Streukolonnen zu Akkordarbeit. Auch wenn die Stadt noch keine abschließende Bilanz ziehen kann: „Nach Schätzungen wird die Mehrleistung für das laufende Winterhalbjahr etwa 20 Prozent über dem Vorjahr liegen”, teilte Pressesprecherin Susanne Wegemann mit.
Die Überstunden der Mitarbeiter im Räum- und Streudienst können ebenfalls noch nicht exakt beziffert werden: „Es ist aber sehr viel”, sagte Thomas Griesohn-Pflieger der Hattinger Zeitung. Hier entstehen der Stadt noch Kosten.
Der gestiegene Salzpreis schmälert das Stadtsäckel hingegen nicht: Obwohl die Stadtbetriebe 600 Tonnen Salz auf die Straßen Hattingens bringen und dafür fast 50.000 Euro bezahlen mussten, stieg man beim Salz-Engpass auf den günstigeren Splitt um. Die 750 Tonnen kosteten lediglich 13.000 Euro.
Straßenschäden und Schlaglöcher: Kein Ende in Sicht
Breite Risse und tiefe Löcher im Asphalt: An diesen Winterfolgen wird Hattingen noch lange knabbern – auch finanziell. Schon früh war klar: Die im Haushalt für die Reparaturen von Winterschäden vorgesehenen 350.000 Euro sind zu wenig. „Wir schätzen, dass die Schäden um ein Drittel höher sind als in den vergangenen Jahren”, sagt Wegemann. Deshalb stellte die Stadt weitere 200.000 Euro bereit. Trotzdem: „Klar ist schon jetzt, dass auch diese Summe nicht ausreichen wird, um alle Straßenschäden zu beheben.” Abgerechnet werde aber erst am Ende des Winters.
Hattinger, die einen Unfall im Stadtgebiet haben, können in manchen Fällen die Stadt für die Folgeschäden haftbar machen – wenn diese ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt.
Zudem darf der Betroffene nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben. Um im speziellen Fall zu klären, ob ein Anspruch besteht, rät die Stadt dazu, bei den Stadtbetrieben nachzufragen. Diese leiten das Verfahren dann auch weiter. Auskunft erteilt Straßenbaumeister Udo Federupp unter Tel. 204 3716.
Oder noch später: Denn die aktuellen Reparaturen sind nur provisorisch: „Wenn es wärmer wird, werden die Flicken herausgenommen und durch normalen Asphalt ersetzt”, erklärt Winfried Veit von den Stadtbetrieben. Dass dadurch neue Kosten entstünden, sei üblich, „in diesem Jahr wird es aber wirklich mehr.”
Unfälle und Schäden: Wer muss dafür zahlen?
Reparieren aber muss die Stadt: Denn kommt es aufgrund beschädigter Fahrbahndecken oder Schlaglöchern zu Unfällen und Schäden, ist sie unter Umständen haftbar zu machen (siehe unten). Daher ruft sie Bürger zu erhöhter Achtsamkeit auf: „Wir haben den Eindruck: Die Leute fahren vorsichtiger”, sagt Wegemann. Dass Hattinger Schäden bei der Stadt geltend machen, komme „nur selten vor.”
Eine Zunahme der Autoschäden durch „Dachlawinen oder herabfallende Eiszapfen” beobachten hingegen manche Versicherungen. Auch Personenschäden treten vermehrt auf: „Dass Menschen auf Treppen und Bürgersteigen ausrutschen, passiert viel häufiger als in den vergangenen Jahren”, sagt Christine Hesper von der Provinzial Gerhardt. Das sei zwar „teuer für die Versicherung, aber noch erheblich ungünstiger für die Betroffenen.”
15:17
Ich als Hauseigentümer bin gesetzlich verpflichtet,für eventuell anfallende Reparaturen Rücklagen zu bilden.Wie kann es sein,das das auf eine Kommune nicht auch gilt.
Den ganzen Winter über hat in meiner Strasse keinerlei Räumdienst stattgefunden,Strassenreinigungsgebühr soll ich aber trotzdem zahlen.
Wie wäre es denn,mal über die hohe Personaldecke der Stadt Hattingen nachzudenken?
12:09
Das Gejammer der Kommunen kann man nicht mehr anhören.
Kaum ist der Winter ein bisschen härter ,schon sind die Kassen leer.
Uns, als Privatleute trifft der Winter auch hart.- wir müssen auch klarkommen.
Die Liste der Ausgaben die Hattingen im laufenden Jahr hat müssen überpflogen werden,unnötige Ausgaben müssen gestrichen werden !
Die Straßen,Bürgersteige und Radwege haben Priorität.
Auch das Streuen der städt. Straßen,Radwege und
Bürgersteige mit abstumpfenden Mitteln muß gewährleistet sein.
Die Sicherheit der Bürgert muß Vorrang haben !
So siehts aus.
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11:57
oh.
11:31
In meinem Heimatdorf nördlich von Osnabrück werden VOR dem Winter die Straßen mit Gussasphalt (und eventuell Splitt) gewartet. Kleine Risse wurden vergossen und größere Risse zusätzlich mit Splitt bedeckt. (Der Winter war dort noch kälter und länger als hier)
Mit Erfolg! Es gibt so gut wie keine Löcher in den Straßen.
Die Kosten liegen um ein vielfaches unter den Kosten von der Reparatur der Frostschäden.
Die Stadt sollte dringend die Strategie ändern: anstatt nur Schäden zu beseitigen, sollte man verstärkt Schäden verhindern.
Gut gepflegte Straßen gehen erheblich seltener kaputt.
Die Risse in der Fahrbahnmitte der Johannessegener Straße (Höhe Kindergarten)habe ich vor dem Winter gemeldet. Nichts ist passiert. Nun ist die Straße dort auf einer beachtlichen Länge in der Fahrbahnmitte aufgeplatzt.
19:12
Ich kenne keine Stadt, die schlechtere Straßen hat als Hattingen, und das schon seid Jahren.
16:14
#fcstwolf:
Was soll denn das jetzt ? Natürlich hat auch ein Bochumer das Recht, sich hier zu hattinger Themen zu äußern. Vielleicht besitzt dieser Autor hier ein kleines Geschäft oder arbeitet bei einer Hattinger Firma.
Sie erlauben sich recht viel. Als nachplappernder Sozialdemokrat sollten Sie besser mal nach Langenfeld oder Breckwerfeld (ost nicht so weit) fahren, damit auch Sie lernen, wie Städte sich entschulden können. Langenfeld und Breckerfeld haben es geschafft. Und Langenfeld senkt jetzt sogar die Gebühren.
Das ist b ü r g e r n a h und macht eine Stadt l(i)ebenswert.
Statt in überflüssige Stadttore sollte die Stadt vielleicht das Geld in die Schlaglochpisten stecken, an denen jahrlang nichts getan wurde.
15:58
#4,
kommt wohl aus Bochum und den Hattingern will er Ratschläge und Vorschriften machen. Sehen sie lieber mal nach Bochum. Da sind die Strassen auch ohne den strengen Winter marode gewesen.
21:02
Also mal so gesagt, wenn unsere Strassen 10 Jahre und länger nicht instand gehalten wurden, darf man(n) sich auch nicht wundern, wenn die Strassen nach so einen Winter jetzt so beschaffen sind!! Immer diese jammerei über fehlende Finanzen!! lernt endlich in Hattingen mal richtig haushalten und fangt an zu sparen. Am besten gleich und zuerst im Rat der Stadt!!
20:19
#Steuerzahler
meine volle Zustimmung. Sie hasben es treffend gesagt.
20:00
#1 Sie sind unfair.
Abgesehen davon ist es ganz gut, wenn an einigen Stellen langsamer gefahren wird, weil die Schlaglöcher umkurvt werden müssen.
Das ist natürlich für die Autofanatiker eine Katastrophe, aber es gibt Schlimmeres.