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Industrie Historie

Der Eisenbahn-Knotenpunkt

02.07.2010 | 14:43 Uhr
Der Eisenbahn-Knotenpunkt
Der Inglokschuppen des Hattinger Bahnbetriebswerkes.

Hattingen. Im Bahnbetriebswerk wurden die Lokomotiven im betriebsfähigen Zustand gehalten.

Hattingen im Dezember 1869 – jetzt dürften vor allem die Augen der Eisenbahnfreunde zu funkeln beginnen. Es war die Zeit, in der die Stadt an das ständig größer werdende Schienennetz angeschlossen wurde. Der Bahnhof entstand, und mit ihm auch ein Bahnbetriebswerk, dass aus Hattingen einen Eisenbahn-Knotenpunkt machte.

Wer nun an das Eisenbahnmuseum in Dahlhausen denkt, ist schon einen Schritt weiter. Dort sind viele Betriebslanlagen, die es auch vor Ort gab, noch vorhanden. Der Lokschuppen etwa, in dem die Lokomotiven nach Dienstschluss hineingefahren wurden, oder der Wasserturm, von dem noch Reste stehen.

Bahnbetriebswerke dienen dazu, die Lokomotiven in einem betriebsfähigen Zustand zu erhalten. Dazu gehörte früher noch eine ganze Menge mehr. Kohle natürlich, denn die Bahn stand unter Dampf. Aber auch Reparatur- und Wartungseinrichtungen gab es überall. Wenn die Lok abends in ihren Heimatbahnhof zurückkehrte, wurde sie umgehend gereinigt und für den nächsten Tag vorbereitet.

In Hattingen wurden diese Arbeiten bis 1950 erledigt, und zwar auf der Nordseite des Bahnhofs (am südlichen Bahnsteig verkehrt heute die S-Bahn). Die Betriebsanlagen reichten bis an die Ruhrwiesen heran. Die Bochumer Straße, über die Radfahrer und Fußgänger die Eisenbahnbrücke und den Leinpfad erreichen, gab es damals noch nicht.

Während des Zweiten Weltkrieges hielten sich die Schäden an Bahnhof und Betriebswerk in Grenzen. Umso interessanter die Zeit nach 1945: Nach dem Krieg war es von Vorteil bei der Bahn zu arbeiten: Kohlen und Kartoffeln wurden durch sie transportiert. Die Beschäftigten witterten ihre Chance – so wie Paul Heimannsfeld. Seine Tochter Helga Reinhardt berichtet: „Mein Vater fuhr als Heizer auf Zügen mit. Für die Firma Birschel mussten sie Getreidezüge holen, für Schepmann Waggons mit Kartoffeln. Dabei hatte er Gelegenheit zu hamstern. Die Eisenbahner hielten zusammen, hängten einen Leerwaggon mehr an und versuchten, ihr Gut sicher nach Hattingen zu bringen.”

Nach der Auflösung des Bahnbetriebswerkes 1949 (als Betriebsabteilung des Standortes Dahlhausen blieb es noch ein Jahr erhalten) übernahm Bochum den Güterzugdienst, die Personenzüge wurden fortan von Hagen-Eckesey und Essen Hbf. gestellt.

Oliver Bergmann

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Kommentare
03.07.2010
11:48
Der Eisenbahn-Knotenpunkt
von Thomas Mersheimer | #3

Tolle Aufnahme des Ringlokschuppens. Als Eisenbahnfan bin ich überrascht, dass in Hattingen so ein großer Lokschuppen stand!

02.07.2010
15:24
Der Eisenbahn-Knotenpunkt
von Bahnfreund | #2

In der Tat funkeln da die Augen eines Eisenbahnfans. Ein wenig Erinnerung kommt auf, wenn die Museumszüge aus Dahlhausen unter Dampf am Hattinger Bahnhof Station machen.

Leider wurde die Eisenbahn erheblich zurückgebaut, hat in Hattingen ihre einstige Bedeutung verloren. Aber eben nicht nur hier. Wer beispielsweise mal mit den Oberhausener Dampflokfreunden eine Tour durchs Revier mit der Güterzuglok 41 macht, der erfährt, wie wenig von den vielen hundert Gleiskilometern im Ruhrgebiet übrig geblieben sind. Da kann einem schon als Schienenküsser mit rostigen Lippen oder auch Ferro-Erotiker die Wehmut packen.

02.07.2010
15:24
Blockierter Kommentar.
von Bahnfreund | #1

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