Der einzige Meister seiner Art

Tim Schröder
Tim Schröder
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Tim Schröder führt einen Stuckateurmeisterbetrieb in Hattingen. Er bewegt sich zwischen harter körperlicher Arbeit und feiner Modellierung.

Hattingen..  Der Betrieb von Tim Schröder ist einzigartig in Hattingen: Der 30-Jährige führt einen Stuckateurmeisterbetrieb – und damit ist er in seiner Heimatstadt alleine nachdem nach und nach andere Betriebe verschwunden waren. Tim Schröder trat dennoch in die Fußstapfen seines Vaters, ebenfalls Stuckateur, und machte sich vor vier Jahren selbstständig.

„Nur vom Stuck kann ich aber nicht leben“, sagt Schröder. Den Großteil der Arbeit machen der Innenausbau, Putzarbeiten und das Anbringen von Wärmedämmverbundsystemen aus. Am liebsten aber sind Tim Schröder Herausforderungen: „Ich liebe Restaurationen. Je komplizierter, desto besser“, betont er. Wo Profile noch gut erhalten sind, kann ein Abdruck gemacht werden anhand dessen eine Schablone erstellt wird, um beschädigte Stellen neu aufzubauen. Ist aber eine Figur zerstört, dann sind ein gutes Auge und eine ruhige Hand gefragt.

Stuck findet man übrigens häufiger an Außenfassaden, als im Inneren der Gebäude. Und dabei wurde häufig auch nur die Fassade zur Straße hin reich verziert. „Da war die Außenwirkung wichtig“, erklärt Schröder.

Insgesamt machten – obwohl die Berufsbezeichnung anderes ahnen lässt – Stuckarbeiten übrigens nur etwa 20 Prozent der Arbeit eines Stuckateurs aus. Man brauche daher nicht unbedingt eine künstlerische Veranlagung. „Putz- und Oberputzarbeiten sind harte körperliche Arbeit. Da braucht man kein Fitnessstudio mehr“, berichtet der 30-Jährige. Und dass Stuckverzierungen ganz neu aufgebracht werden sollen, sei ohnehin sehr ­selten.

Seine Restaurationsaufträge bekäme er eher aus Düsseldorf oder Gelsenkirchen. Dabei sieht Tim Schröder durchaus immer wieder Fassaden, an denen er gern arbeiten würde. „Viele sehen dreckig aus, weil sie x-mal überstrichen wurden. Das ist traurig und die Leute haben dann Angst, die Restauration würde ewig dauern“, weiß der Firmeninhaber.

Doch obwohl er auch in der Hattinger Altstadt gern Hand anlegen würde, trifft sein kritischer Blick vor allem andere Städte. „In Hattingen bin ich aufgewachsen. Die Altstadt kenne ich nur so“, lacht er. Die Museumsinsel in Berlin, das freilich wäre ein Traumprojekt, greift der Hattinger nach den Sternen. „Für Stuckaufträge muss man sich schon einen Namen gemacht haben“, weiß er.

Und daran arbeitet Stuckateurmeister Tim Schröder. Inzwischen arbeitet sein Vater für ihn, dazu ein Angestellter und seit dem vergangenen Jahr bildet er sogar aus. Denn: „Langsam ist der Beruf des Stuckateurs wieder im Kommen.“