Der Day of Song hat Spaß gemacht

Der Damenchor Hattingen-Welper sang am Sonntag bei der Chor-Matinée des Altstadtfests.Foto:Volker Speckenwirth
Der Damenchor Hattingen-Welper sang am Sonntag bei der Chor-Matinée des Altstadtfests.Foto:Volker Speckenwirth
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Was wir bereits wissen
Hattinger Chöre reagieren mit Bedauern, aber auch Verständnis auf das Aus. Kritisiert wird:Die Beteiligung außerhalb ist immer teurer geworden. Viele Chöre können das nicht finanzieren

Hattingen..  Dass der Day of Song nach drei Auflagen Geschichte sein soll, ruft in Hattingen unterschiedliche Reaktionen hervor – von Bedauern über den Wegfall bis zu einem gewissen Verständnis. Sollte der dritte Tag des Gesangs endgültig der letzte bleiben, hielte sich bei Sonja Bellmann, Vorsitzende des Damenchors Welper, die Trauer in Grenzen.

Wie berichtet, hatte die Ruhr Tourismus GmbH das Aus für das größte Chorfestival Deutschlands wegen mangelnder touristischer Strahlkraft verkündet. Besucherströme von außerhalb seien nicht messbar gewesen.

Busfahrt selbst organisieren

Andreas Wimmers, Ex-Vorstandsmitglied der Sängervereinigung, sieht das anders. „Das Gegenteil war der Fall.“ Er ist überzeugt von einer breiteren Streuung durch Familie, Verwandte und Freunde der Sänger.

Die Vorsitzende des Damenchors Hattingen-Welper, der in diesem Jahr 15 geworden ist, fand den Tag als Event „ganz schön und nett“. Weniger begeistert war Sonja Bellmann aber davon, dass Chöre nicht nur gratis auswärts singen sollten, sondern auch noch Geld mitbringen, das sie nicht haben, indem sie teure Eintrittskarten kaufen und die Busfahrt selbst organisieren. Das übersteige die finanziellen Möglichkeiten. Hattingen sei musikalisch gut aufgestellt. Wenn der Day of Song gewollt sei, müsse aber auch Geld hineingeschossen werden. Chöre sollten stattdessen verbindlich Karten vorbestellen.

Marlis Fry, die am Sonntag die Chormatinee beim Altstadtfest moderiert hat, ist zwiegespalten. Sie bedauert den Wegfall des Day of Song, glaubt aber, dass es tatsächlich nicht gelungen ist, Wirkung über die Stadtgrenze hinaus zu erzielen. Durch die Terminverschiebung auf die Zeit nach den Sommerferien hätten auch deutlich weniger Chöre teilgenommen.

2010 sei eine Ausnahmesituation gewesen, sagt Fry. 65 000 Menschen feierten auf Schalke das größte mehrstimmige Konzert der Welt. Hattingen sei 2010 auf den Zug aufgesprungen. Leider habe es keine Nachhaltigkeit gegeben, die gewünschte Wirkung sei nicht gelungen. Es sei aber nicht so, dass Hattingen keine Chorfeste mehr mache.

Neuer Ansatz mit besserer Planung

Burkhard Kneller, Vorsitzender der Sängervereinigung, sagt: „Kein Tourist kommt wegen des Day of Song nach Hattingen.“ Trotzdem findet er ein endgültiges Aus nicht gut. Besser wäre gewesen, vielleicht ein Jahr später mit besserer Vorbereitung und Planung neu anzusetzen. Denn: „Es hat Spaß gemacht. Schade, wenn der Day of Song nicht mehr stattfindet.“

Dass es nicht gelungen ist, an den Erfolg von 2010 anzuknüpfen, wundert Burkhard Kneller aber nicht. Die Teilnahme sei immer teurer geworden.