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Dem Zahn der Zeit ausgesetzt

11.09.2007 | 15:10 Uhr

Bei Belastung droht der Boden an vielen Stellen im Ruhrgebiet nachzugeben

"Spannend ist gefährlich", sagen die Bunkerfreunde vom Studienkreis. Sicherheit stehe bei der Entdeckung alter Bunker an erster Stelle. In der Unterwelt drohen Gas- und Wassereinbrüche. Bei den ersten Besuchen prüfen die Experten die Umgebung auf giftige Stoffe. Die unterirdischen Gangsysteme müssen ausreichend belüftet sein.

Alleine in Hattingen, schätzen die Experten, gebe es mehr als 1000 Luftschutzanlagen. Etwa 200 davon sind bekannt, 50 sind bombensicher. In den späten Kriegsjahren wurden alte Stollen aus dem Bergbau umgenutzt. Für jeden Hattinger gab es damals mindestens einen Luftschutzplatz - 300 000 Kubikmeter umbauter Raum. Ein Großteil der Deckungsgräben wurde 1955 verschlossen, nachdem es in Bochum zu einem schweren Unfall gekommen war.

An den historischen Anlagen nagt mittlerweile der Zahn der Zeit. Die Wände sind nach 65 Jahren durchgerostet. "Irgendwann bricht die Anlage zusammen", sagt Wilfried Maehler. Es drohen Tagesbrüche wie im Bergbau. Die Decken geben bei Belastungen - zum Beispiel durch Baustellenkräne - nach. Der Studienkreis ist dabei, vorbeugend eine Liste aller unterirdischen Luftschutzräume zu erstellen. Die Kosten, die auf Städte und Privatleute zukämen, seien derzeit kaum zu beziffern. arpo

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