Deko-Stolperfallen und Tücken der Technik

Kai Magnus Sting mit seinem Programm "Immer ist was, weil sonst wär' ja nix" in Hattingen.
Kai Magnus Sting mit seinem Programm "Immer ist was, weil sonst wär' ja nix" in Hattingen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Kabarettist Kai Magnus Sting präsentierte sein aktuelles Programm im Alten Rathaus und nahm dabei Miseren des Alltags unter die Lupe.

Hattingen..  „Immer ist was, weil sonst wär’ ja nix“ nennt Kabarettist Kai Magnus Sting sein aktuelles Programm, in dem er jetzt im ausverkauften Alten Rathaus diverse Miseren des Alltags ganz genau unter die Lupe nahm.

Kurios und skurril geht es zu im täglichen Leben, so wie Kai Magnus Sting es sieht. Und er hat einen scharfen Blick für die kleinen menschlichen Schwächen, die er scharfzüngig, aber doch voller Verständnis in witzige Anekdoten fasst, bei denen die Zuhörer mehr als einmal Tränen lachen.

Wie geht die Familie mit dem langgehegten Wunsch des 66-jährigen Vaters um, einmal im Leben die Mona Lisa zu sehen – gemeint ist natürlich das Bild, das im Louvre in Paris hängt. Klar – sie schenkt ihm ein TGV-Ticket von Duisburg nach Paris und begleitet ihn, 85 Kilo Rührung inklusive, wenn er endlich vor dieser „Briefmarke“ steht.

Die Dekorierungswut von Frauen, die eine Wohnung gern zu einer Wanderausstellung mit all ihren auf diversen Herbst-, Weihnachts-, Oster- und Frühjahrsmärkten entdeckten Schätzen umgestalten möchten, steht auch im Fokus seiner Wahrnehmung. Und Kai Magnus Stings Fazit lautet: Die voll gestellten Räume können sich überhaupt nicht mehr entfalten. Außerdem wird die Wohnung so zu einer nächtlichen Stolperfalle, besonders auf dem Weg zur Toilette.

Aber auch typische Männermacken beschreibt er voll augenzwinkernder Ironie – wie zum Beispiel die Abneigung von Männern, sich bei technischen Problemen helfen zu lassen. Dabei kann diese Haltung auch gute Gründe haben, wie man unschwer nachvollziehen kann, wenn man bei nicht funktionierendem Internet Hilfe bei der Hotline der deutschen Telekom sucht.

Überhaupt sind Technik und Telefon ein beliebtes Thema für Missverständnisse zwischen den Generationen: So manche Oma habe noch die Tarifliste aus den 70er und 80er Jahren im Kopf, als man nach 18 Uhr weniger bezahlen musste und das Telefoneinheitsmodell noch auf einem eigenen Telefontisch stand. Die Bitte „ruf mich mal an, ich weiß nicht, wo mein Telefon ist“ hätte damals wohl eine ärztliche Untersuchung nach sich gezogen.

Auch das Bestellen einer Tasse Kaffee kann in modernen Cafés mitunter schon schwierig werden, wenn man aus einer breiten Palette von Angeboten aussuchen soll, die man gar nicht versteht. Doch mit einer Prise Humor, wie Kai Magnus Sting solche Probleme angeht, kann man auch solche Hürden überwinden – und schließlich doch noch zu einem Kännchen Kaffee kommen.