Das wohltemperierte Geräusch

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Was wir bereits wissen
Gesamtschule nahm zum ersten Mal mit Schülern aus drei anderen Städten an den Stahlklängen im ndustriemuseum teil. Poppige Klänge, Schichtwechsel und hörspielartige Geschichte um eine Raupe.

Hattingen..  Musik und Stahl – was man gemeinhin gedanklich nicht miteinander verbindet, wurde am Sonntag durch das „Wanderkonzert“ Stahlklänge, das im Industriemuseum vom Landschaftsverband Westfalen Lippe veranstaltet wurde, kunstvoll miteinander verschmolzen.

60 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich über mehrere Wochen hinweg mit der Klangwelt der Hochöfen und des Arbeitsalltages der Hüttenarbeiter, um diese Eindrücke in musikalischen Kompositionen zu verwerten. „Zum Auftakt des Projektes besuchten die Schüler der vier teilnehmenden Schulen in Begleitung von Museumspädagogen das Museum“, sagt der Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Konrad Gutkowski, der gemeinsam mit seinem Kollegen Jonathan Nicolai das Projekt organisiert hat. „Dabei erfuhren sie etwas über die Vergangenheit der Hütte, zu den Herstellungsprodukten und natürlich auch zu den Klängen der unterschiedlichen Maschinen und Vorgänge.“

Zeitversetztes Spiel an Stationen

Anschließend wurde den Jugendlichen des Adalbert-Stifter Gymnasiums Castrop-Rauxel, der Droste-Hülshoff-Realschule Dortmund, des Hittorf-Gymnasiums Recklinghausen und der Gesamtschule Hattingen je ein Mentor zur Seite gestellt: Gemeinsam mit den Komponisten der Folkwang-Universität in Essen, Roman Pfeifer, Madjid Tahiri und Elke Swoboda, die sie beim musikalischen Schöpfungsprozess unterstützten, schrieben sie dann verschiedenste Musikstücke.

„Bei den Kompositionen sind wirklich sehr unterschiedliche Dinge herausgekommen, beispielsweise ein poppiges Stück oder auch eine hörspielartige Geschichte von einer Raupe, die die Hütte für sich entdeckt“, so Jonathan Nicolai.

Die verschiedenen Stücke wurden am Sonntagnachmittag mehrmals zeitversetzt an verschiedenen Stationen des Museums gespielt, so dass die Besucher immer ausreichend Zeit hatten, von einem Ort zum nächsten zu wandern, ohne etwas zu verpassen oder lange warten zu müssen.

Anders als die anderen drei Schulen nahm die Gesamtschule mit ihrer Klasse 7b das erste Mal am Projekt teil. Ihr Stück, „Das wohltemperierte Geräusch“, spielten sie in der Masselgießabteilung des Museums, dessen Stahlkonstruktion sie gleich mit in ihr Stück einbezogen.

So schlugen zwei Schüler darauf, um dem Lied damit einen „Puls“ zu verleihen. Schüler Jonas Kaßberg sagte: „Zunächst haben wir sehr viel rumprobiert, jeder hat sich ein Instrument oder auch einen Gegenstand genommen, das oder der metallisch klingt. Und nach und nach ist ein Stück entstanden.“

Bei der Band des Hittorf-Gymnasiums klang die Interpretation der „Stahlklänge“ hingegen komplett anders: Hier entstand das funkige Lied „Schichtwechsel“, das von einem musikalischen Ensemble inklusive zweier Saxofonisten gespielt wurde. Im Hintergrund des Stückes waren Geräte aus der Stahlproduktion zu hören und es wurde passend zum Titel von den Schülern in der Übergabestation der ehemaligen Hütte uraufgeführt.