Vegetarisches Kohlgericht

Ursula Ohliger
Ursula Ohliger
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Leicht und schnell zuzubereiten muss ein Gericht für Ursula Ohliger (80) sein – so wie ihre Wirsingrosen. „Etwas Besonderes für Auge und Gaumen“.

Hattingen.. Dass Ursula Ohliger eine Blumenfreundin ist, nein, das kann sie nun wirklich nicht verheimlichen. Allerlei Blühendes hat sie vor ihrem Haus in der Südstadt gepflanzt, und auch in ihrem 1200 Quadratmeter großen Garten gibt es viele Blumen zu bewundern. Darunter inmitten vieler Kunstobjekte auch eine Ecke mit Rosen. Die regten die 80-Jährige wohl einst an zu ihrem Wirsingrosen-Gericht („etwas Besonderes für Auge und Gaumen“), auch wenn sie sagt, dass sie sich an dessen Ursprung nicht mehr genau erinnert. „Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Auch beim Kochen.“

Leicht und schnell zuzubereiten muss ein Gericht für die Südstädterin dabei sein, „höchstens 30 bis 45 Minuten“ dürfe die tägliche Zubereitung des Mittagessens für sie und Ehemann Günter (88) dauern. Mehr Aufwand, findet sie, lohne nicht. „Ist doch sowieso alles in wenigen Minuten aufgegessen.“

Gegessen im Hause Ohliger wird übrigens stets „pünktlich um 12 Uhr“, und da es an diesem Tag, da die WAZ zu Besuch ist, nun schon nach elf Uhr ist, muss die Köchin sich sputen. Was für Ursula Ohliger indes kein Problem darstellt.

Die Wirsingblätter hat sie am Herd ihrer kleinen, durchdachten und (natürlich) selbst entworfenen olivfarbenen Holzküche im Nu bissfest gegart, auch die Äpfel sind flugs geschält, entkernt, geachtelt. Eine leicht säuerliche Apfelsorte, sagt Ursula Ohliger, passe am besten zu dem Wirsingkohl – und dass sie am liebsten Früchte vom Baum im eigenen Garten verwende. „Aber die Äpfel, die dieser im vergangenen Herbst getragen hat, sind schon längst alle aufgegessen.“

Also verwendet sie für die Wirsingrosen an diesem Morgen Obst aus dem Lebensmittelladen, dort hat Ursula Ohliger auch die weiteren Zutaten fürs heutige Mittagsmahl eingekauft. Darunter die vegetarischen Gyros-Filetstreifen, die sie nun in einer Pfanne anbrät.

Sie sei keine strikte Vegetarierin, betont sie. „Aber ich esse so wenig Fleisch wie möglich.“ Und dies nicht zuletzt aus ethischen Gründen, wie die Mitbegründerin des Tierschutzhofes im Ruhrtal erklärt.

Mittlerweile ist es kurz vor zwölf, Zeit zum Anrichten. Ursula Ohliger platziert erst die Wirsingblätter, dann die angebratenen Apfelstücke, pardon, die „Rosenpollen“, zuletzt die vegetarischen Filetspitzen („die Staubgefäße“) auf Tellern, würzt das Ganze kräftig, füllt flugs noch die Beilage – „Country Potatoes“ aus der Packung, die sie im Backofen hat knusprig werden lassen – in eine Schale, und bittet sodann zu Tisch: „Guten Appetit!“

Meine Zutatenliste

Für zwei Personen:
10-12 nicht zu große Wirsingblätter,
2 Äpfel,
200 Gramm vegetarische
Filetstreifen,
1/2-1 Packung Frischella Kräuter-Joghurt, (alternativ: 1/2-1 Becher Creme fraiche light),
Curry, etwas Salz, etwas Butter

Und so geht’s

1. Die Mittelrippen der Wirsingblätter von hinten flach schneiden und die Blätter – nicht zu weich – in Wasser garen. Dann abtropfen lassen.
2. Die Äpfel schälen, entkernen und achteln.
3. Äpfel in etwas in der Pfanne ausgelassener Butter anbraten.
4. Die vegetarischen Filetstreifen (aus der Packung) in etwas Fett anbraten.
5. Die Wirsingblätter auf dem Teller dekorieren. Dabei darauf achten, dass sich diese so wie die Blütenblätter einer Rose überlappen.
6. Fertig dekorierte Wirsingblätter dick mit Curry bestreuen, außerdem ganz leicht salzen.
7. In der Tellermitte die geschmorten Apfelstücke anrichten, darauf die gebratenen Filetstreifen platzieren.
8. Jedem Wirsingblatt einen Teelöffel (oder mehr) Frischella Kräuter-Joghurt oder Creme fraiche gönnen, servieren. Dazu empfiehlt Ursula Ohliger „Country Potatoes“.