Stüteraner entdeckt Rezept wieder

Willi Spartmann
Willi Spartmann
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Was wir bereits wissen
Willi Spartmann bereitet gebratene Blutwurst mit Bratkartoffeln und Mangold in Specksoße mit saurer Sahne mit Augenzwinkern „nach Gustaf in der Nacht“ zu.

Hattingen.. Ein altes Stüteraner Rezept nach „Gustaf in der Nacht“ kocht Willi Spartmann (61) gerne in seinem Haus im malerischen Niederstüter. Kochen, das ist für ihn Entspannung, dafür nimmt er sich Zeit.

Mangold, den hat er früher sogar im eigenen Garten angebaut. Dafür fehlt ihm inzwischen die Zeit. Beim Schnippeln setzt sich der Schuhmachermeister, der ein Geschäft in Sprockhövel hat, vor den Fernseher, lässt Sendungen laufen. Kater Timmy – der übrigens nicht nur Zimmertüren, sondern auch die Kühlschranktür öffnen kann – ist dabei mit von der Partie. Die Zwiebeln haben es ihm weniger angetan, eher schon die Speckstücke.

Gekocht hat Willi Spartmann schon immer gerne, früher sogar seiner Mutter, die sich auf Hausmannskost spezialisiert hatte, gezeigt, wie man chinesische Gerichte oder Pizza zubereitet. „Und durch Freunde aus Indonesien bin ich dann ein Fan der indonesischen Küche geworden.“ An Töpfen mangelt es ihm nicht: Es gibt sie reichlich in allen Größen, geschickt gelagert auf dem Balkon, weil sie in die Küche nicht alle passen wollen.

Gerne besucht Willi Spartmann auch Kochkurse der Volkshochschule, um sich „Anregungen zu holen“. Die kreolische Küche möchte er in naher Zukunft ausprobieren. Kochbücher liegen reichlich auf seiner Fensterbank und im Wohnzimmerschrank, aber die konsultiert er inzwischen nur noch selten. Manche Anregung holt er sich auch aus dem Internet.

Willi Spartmann ist Stüteraner durch und durch. Und darum hat er seinem Rezept auch den Namen „Gustaf in der Nacht“ gegeben. „Das macht die Leute neugierig – und man kann eine Geschichte dazu erzählen.“ Die Geschichte von einem Kotten, „auf dem Gustaf lebte, der Vater arbeitete auf der Zeche Johannessegen in Bredenscheid, machte nur Nachtschichten. Er fuhr nachts ein, auf seinem Grundstück war ein Luftschacht, da stieg er aus, arbeitete auf dem Hof und pflügte seine Felder – und ging dann kurz vor Schichtende wieder in den Stollen. Irgendwann flog er auf und hieß nur noch Gustaf in der Nacht, sein Sohn hieß Gustaf, der ganze Hof hieß dann so.“

Das Schnippeln macht Willi Spartmann, der auch für Freunde kocht, nichts aus, „auf der Arbeit schnippel ich ja auch viel rum“, scherzt er. Viele Öle stehen bei ihm im Regal. Sojaöl nutzt er für die asiatische Küche, Rapsöl zum Anbraten der Blutwurst – und Erdnussöl für Bratwürstchen und Steak. „Die werden dann schön braun.“

Meine Zutatenliste

1 kleiner Beutel Kartoffeln (festkochend),
eine halbe Blutwurst,
1 dicke Scheibe geräuchertes Bauchfleisch,
2-3 Stauden Mangold,
10 Zwiebeln,
Knoblauch, Salz, Pfeffer,
Mehl, Hühnerbrühe, Jägerschmalz, Rapsöl,
1 Becher saure Sahne

So geht’s

Die Zwiebeln putzen und für die Kartoffeln grob, für die Specksauce fein schneiden. Mangold waschen, Blätter von den Stielen zupfen, Stiele in Zentimeter-Stücke schneiden. Die geschälten Kartoffeln und das Bauchfleisch in Würfel schneiden.

Die Kartoffeln in Jägerschmalz mit Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Pfeffer, später Salbei anbraten, schmoren lassen. Mangold in Hühnerbrühe blanchieren. Achtung: Die Stiele brauchen etwas länger als die Blätter, also zuerst in den Topf geben.

Das Bauchfleisch mit Zwiebeln und Knoblauch auslassen, mit Hühnerbrühe ablöschen, Mehlschwitze zugeben, kurz aufkochen, Saure Sahne und Mangold dazugeben. Die Blutwurst in Scheiben schneiden, in Mehl wenden und in Rapsöl leicht anbraten.