Schwiegermutters Eier-Frikadellen

Täglich steht  Jutta Gundlach in ihrer kleinen, aber feinen Küche am Herd – nicht nur, weil ihr Mann mittags am liebsten warm  isst.
Täglich steht Jutta Gundlach in ihrer kleinen, aber feinen Küche am Herd – nicht nur, weil ihr Mann mittags am liebsten warm isst.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kurz nach ihrer Hochzeit 1978 lernte Jutta Gundlach aus Hattingen ein Gericht kennen, das sie noch heute oft zubereitet – nicht nur, weil es ihrem Mann so gut schmeckt.

Hattingen.. Wenn man so will, dann ist dieses Rezept ein verspätetes Hochzeitsgeschenk. Denn kurz, nachdem Jutta Gundlach (58) anno 1978 ihren Horst (67) geheiratet hatte, servierte Schwiegermutter Charlotte ihr erstmals Eier-Frikadellen: „Solltest du kennen, die isst der Horst nämlich gerne.“ Und Jutta Gundlach? „Auch ich“, erinnert sich die Hattingerin an ihren ersten Biss in die vegetarische Frikadelle, „war sofort begeistert.“ Seitdem wird dieses Gericht bei den Gundlachs regelmäßig aufgetischt.

Die Eier für den heutigen Tag hat Jutta Gundlach dabei in heißem Wasser gerade in acht Minuten hart gekocht und abgepellt, schneidet sie nun in feine Würfel. Horst Gundlach beobachtet seine Frau in der kleinen, aber feinen Küche mit vorfreudigem Blick vom Flur aus. „Mein Mann liebt Eier“, verrät die Hattingerin. „Und er isst mittags am liebsten warm.“

Doch nicht nur für ihren Gatten steht die 58-Jährige täglich am Herd. Die gelernte Arzthelferin, die gerade erst erzählt hat, dass sie seit vielen Jahren das Obst aus dem Garten ihrer Mutter einweckt, dass sie selbst Liköre ansetzt und ihre eigenen Marmeladen herstellt, kocht auch wirklich gern. „Ich bereite alles stets frisch zu und probiere immer wieder auch neue Rezepte aus“, sagt sie.

Die Rezepte müssen dabei übrigens keineswegs nur aus der deutschen Küche stammen; auch türkische und indische Speisen hat Jutta Gundlach schon nachgekocht. Und vor ein paar Jahren hat sie mit ihrem Mann und den zwei erwachsenen Kindern Sebastian und Sabrina im privaten Kreis sogar „Das perfekte Dinner“ nachgespielt: „Einmal im Monat hat einer von uns den Rest der Familie zum Essen eingeladen und bei sich zu Hause ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Anfangs haben wir uns sogar Punkte gegeben.“

Längst fertig ist der Frikadellenteig inzwischen. Jutta Gundlach formt aus ihm bereits faustgroße Bällchen und bestäubt sie von allen Seiten mit Weizenmehl. „So werden die Frikadellen gleich schön knusprig“, sagt sie, während sie in einer Pfanne Ghee auslässt: geklärtes Butterfett. Ghee sei cholesterinarm und stamme aus der ayurvedischen Küche. Seit sie es vor vielen Jahren mal bei einer Freundin kennengelernt habe, „verwende ich es nur noch“. Sagt’s – und lässt die Eier-Frikadellen einige Minuten in dem Spezialfett kross brutzeln. Wenig später werden diese dann am Wohnzimmertisch verputzt.

Als Wegzehrung für ihre nächste Tour müssen die begeisterten Wanderer sich mal wieder etwas anders einpacken.

Die Zutaten

8 Eier
2 große Zwiebeln
1 Brötchen
Pfeffer, Salz
etwas Mehl
Fett zum Braten

Und so geht’s

1. Die Eier in siedendem Wasser hart kochen, Dauer: etwa acht Minuten. Anschließend die Eier kurz abschrecken, abpellen und in kleine Würfel schneiden.
2. Die Zwiebeln abziehen und in feine Würfel schneiden.
3. Ein Brötchen erst in warmem Wasser einweichen, anschließend das Wasser wieder ausdrücken.
4. Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit den Händen vermengen. Die eingeweichte Brötchenmasse nicht sofort komplett, sondern nach Gefühl zugeben.
5. Teig mit Salz und Pfeffer würzen, Frikadellen formen.
5. Die Frikadellen von allen Seiten mit Mehl bestäuben und in einer Pfanne in Fett knusprig braten.