Rezept ist eine eigene Kreation

Ursula Lindemann aus Hattingen kocht eine Zucchini-Pfanne mit Reis.
Ursula Lindemann aus Hattingen kocht eine Zucchini-Pfanne mit Reis.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ursula Lindemann kocht nicht gern nach Rezept, sie denkt sich lieber selbst Rezepte aus. Als im Garten viele Zucchini wuchsen, ersann sie dieses Gericht.

Hattingen.. Ursula Lindemann pflanzt gerne Gemüse. Auch Zucchini. Nur: Die wachsen dann oft reichlich. Und so stellte sich ihr die Frage: Was tun mit all den Zucchini? Sie ersann ein eigenes Rezept, denn „die Zucchini werden im Garten oft sehr groß, will man sie füllen, passen sie gar nicht in die Pfanne“.

Eine Schürze trägt die 67-jährige Blankensteinerin, die in einem schon „1780 erwähnten Haus“ über der Blankensteiner Straße wohnt, beim Kochen nicht. Ihre Schwiegermutter hatte noch Planung und Bau der Straße miterlebt, berichtet sie, während sie die Zucchini schneidet, sie in eine Schüssel gibt und mit Gemüsewürzfond begießt.

Das, was jetzt ihre Wohnung ist, war früher der Lebensmittelladen ihrer Schwiegermutter. In der Küche ist der Gasherd von drei Seiten zugänglich, Smileys grinsen der Köchin fröhlich entgegen.

„Ich koche sehr, sehr gerne“, sagt Ursula Lindemann. Das ist zu spüren. Ordentlich und dekorativ bewahrt sie Nudeln in Gläsern auf, die wohnliche Küche ist liebevoll ausgestattet und überlegt gestaltet, das Gewürzregal gut gefüllt. Die Reiswürze mit u.a. Röstzwiebeln, Kurkuma, Knoblauch und Curry hat sie aus einer Apotheke. „Die gibt es aber auch auf dem Weihnachtsmarkt, in Gewürzläden. Sie macht den Reis schön gelb.“

Rezept funktioniert auch mit Kürbis

Auf das Rezept kam Ursula Lindemann, die bei Frankfurt aufwuchs, weil sie dachte: „Was mit Paprika geht, muss auch mit Zucchini funktionieren. Weil die aber nicht viel Eigengeschmack haben, nehme ich den Gewürzfond und die Gewürze“, berichtet sie und ergänzt: „Mit Kürbis geht das Rezept übrigens auch. Oder mit Thunfisch, dann muss man nur das Chili weglassen, finde ich.“ Oder: Statt des Gehackten hat sie auch schon mal Leber verwendet.

Zudem ist das Gericht schnell zu kochen. Abgesehen davon, dass die Zucchini eine gute Stunde in dem Gemüsewürzfond liegen, ist ab da alles in maximal einer halben Stunde fertig. Gegessen wird bei Ursula Lindemann am Küchentisch auf der gemütlichen, selbst bezogenen Ecksitzgelegenheit.

Wie viel Chilisauce und Tomatenketchup und Gewürze sie nutzt, weiß sie gar nicht so genau: „Ich mache das nach Gefühl. Man kann das Gericht auch variieren. Manche mögen es lieber mit mehr Gehacktem, andere essen lieber schärfer, dann nehmen sie eben mehr Chilisauce“, sagt die Hobbyköchin, die im Garten auch u.a. Mangold, Brokkoli, Salat, Kürbisse und Kräuter zieht.

Zutaten

1 Esslöffel Sonnenblumenöl

350 gr Gehacktes halb und halb, 1 Zwiebel

750 gr Zucchini

1 Tasse Reis

4 Esslöffel Tomatenketchup, 3 Esslöffel Süße Chilisauce

Crème fraîche, Wasser, Gemüsewürzfond, Reiswürze

Und so geht’s

Die Zucchini in kleine Stücke schneiden. Sind sie sehr groß, die Zucchinikerne und die Schale entfernen. Etwa eine Stunde in Gemüsewürzfond einlegen.

Sonnenblumenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Gehackte darin anbraten, dabei salzen und pfeffern. Die Zwiebel in ruhig grobe Schnitze schneiden, in die Pfanne geben. Auch das Zwiebelgrün kann dazu. Ketchup und Chilisauce zugeben, abschmecken. Eine Tasse Reis einrühren, dann zweieinhalb Tassen Wasser zugeben. Mit Reiswürze nach Belieben abschmecken. Gemüsefond der Zucchini abschütten, die Zucchini in die Pfanne geben, anschließend nach Belieben etwas Crème fraîche einrühren. Sind die Zucchini bissfest, ist das Essen fertig.