Graupensuppe für „Leckaschnuten“

Leni Thurm bei der Zubereitung der Graupensuppe, die sie später mit Petersilie garniert serviert.
Leni Thurm bei der Zubereitung der Graupensuppe, die sie später mit Petersilie garniert serviert.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Leni Thurms Essen nach Ruhrpott-Art basiert auf einem Familienrezept. Die 76-Jährige, die täglich in der Küche steht, hat es allerdings modernisiert.

Hattingen.. Als Leni Thurm (76) die WAZ an diesem Morgen in ihrem Haus in Sprockhövel willkommen heißt, duftet es schon vielversprechend. „Den Ochsenschwanz für die Graupensuppe“, verrät sie, „habe ich schon vorgekocht.“ Schließlich braucht allein das Fleisch rund 60 Minuten, bis es gar ist . . .

Doch wie lange sie für ein Gericht am Herd steht, ist für Leni Thurm Nebensache. Hauptsache, es schmeckt ihr, ihrem Mann Kurt (78) und regelmäßig auch ihren Kindern und Enkelkindern. Wie ihre Graupensuppe nach Ruhrpott-Art, übrigens das Lieblingsrezept der leidenschaftlichen Hobbyköchin. „Erst vor zwei Wochen haben mein Mann und ich die zusammen gegessen.“

Das Rezept für „leiwe Lecka-schnuten“, wie Leni Thurm der WAZ geschrieben hat, sei übrigens ein altes Familienrezept, stamme aus einem Kochbuch ihrer Großmutter. Sie selbst habe es dann von ihrer Mutter – „eine Spitzenköchin, von der ich schon als junges Mädchen das Kochen lernte“ – übermittelt bekommen „und über die Jahre modernisiert“.

Zutaten wie Zubereitung hat sie im Kopf: Wichtiger Bestandteil neben dem klein geschnittenen Ochsenschwanz-Fleisch sind Steinpilze, die in der Thurmschen Wohnküche gerade ein Wasserbad nehmen. Auf einem Ausziehtisch stehen geschälte Kartoffeln, Steckrüben und geputztes Wurzelgemüse. Zutaten, die Leni Thurm gern auf dem heimischen Wochenmarkt besorgt. Und auf dem Herd lässt sie über die Perlgraupen gerade „die Welle laufen“: Zwei, drei Minuten hat sie die Körner mittlerer Größe in Wasser köcheln lassen, nun schüttet sie die Flüssigkeit ab und gießt über die Graupen eine frisch angesetzte, leicht gesalzene Gemüsebrühe. „So werden die Graupen in der Suppe nicht schleimig“, verrät die Sprockhövelerin, während sie Möhren, Sellerie und Co. klein schneidet. Frei Hand, das eine Gemüsestück so akkurat wie das andere – wie ein Profi.

Nun: Dass sie täglich kocht und viel ausprobiert und dass Kochen für sie „Entspannung bedeutet“, daraus hat Leni Thurm schon bei der Begrüßung kein Geheimnis gemacht. Aber dass sie mit ihrer Graupensuppe hier und heute nicht das erste Gericht in einem Wettbewerb präsentiert, sich u. a. schon ihren Herd und eine Küchenmaschine erkocht hat, erzählt sie erst im Verlauf des Vormittages.

Mittlerweile ist die Suppe fertig, muss nur noch abgeschmeckt werden. Ihr Mann darf als erster kosten: „Schmeckt schön würzig.“

Zutaten

1 kg Ochsenschwanz, geschnitten
200 g Perlgraupen (mittel)
500 g Kartoffeln
1 Paket Suppengemüse (Möhren, Porree, Sellerie)
150 g Steckrübe
30 g Steinpilze, getrocknet
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 TL gekörnte Gemüsebrühe
2 EL Petersilie, gehackt

Und so geht’s

1. Die Graupen fünf Minuten in Wasser kochen, in ein Sieb gießen, abschrecken und abtropfen lassen.
2. Den gewaschenen Ochsenschwanz 60 Minuten in einem Topf kochen, gut bedeckt mit gesalzenem Wasser und gekörnter Gemüsebrühe. Die Suppe gut abschäumen.
3. Den Ochsenschwanz aus der Suppe nehmen, Fleisch von den Knochen lösen, in kleine Stücke schneiden. Brühe durch ein Sieb gießen.
4. Während der Ochsenschwanz weich gekocht wird, die Kartoffeln, das Suppengemüse und die Steckrübe schälen, putzen und in Würfel, Scheiben oder Stifte schneiden. Die Steinpilze etwa eine Stunde in kaltem Wasser quellen lassen.
5. 1,5 Liter Brühe in einen Topf geben, leicht salzen und pfeffern. Graupen, Kartoffeln und Ochsenschwanz zugeben und 20 bis 25 Minuten bei mittlerer Hitze garen. 15 Minuten vor Ende der Garzeit Suppengemüse, Steckrübe und die vorbereiteten Pilze zugeben. Falls die Suppe zu dick ist, etwas Brühe nachfüllen, eventuell nachwürzen.
6. Die Suppe auf vorgewärmte Teller füllen, mit Petersilie garnieren – und genießen. Dazu passt ofenfrisches Baguette.