Bauernomelette - ein Klassiker aus Kindheitstagen

Ein traditionelles Bauernomelette.
Ein traditionelles Bauernomelette.
Foto: Funke Foto Services
Gisela Brodersen (66) bereitet Bauernomelett zu – in zwei Varianten: klassisch mit Speck und als Veggie-Kreation mit Gemüse und Räuchertofu.

Hattingen.. Als Gisela Brodersen (66) die WAZ an diesem Morgen in ihre Küche führt, stehen die Zutaten für ihr Bauernomelett bereits fast alle pfannenfertig vorbereitet neben dem Herd. Eine gute halbe Stunde verrät sie, habe sie für die Aktion „Das isst der Pott“ schon Gemüse klein geschnibbelt . . .

Gemüse? In einem Bauernomelett? Küchenkennern, die sich dies jetzt fragen, sei verraten: Die Südstädterin begnügt sich bei der Zubereitung dieses Gerichtes, das sie schon seit Kindheitstagen kennt („das gab’s bei uns ganz oft“), nicht etwa mit der klassischen Variante – mit Ei, Kartoffeln, Speck und Zwiebeln. Sie serviert auch eine Veggie-Kreation – mit Gemüse und Räuchertofu. Selbst kreiert hat sie diese – als ihr (heute längst erwachsener) Sohn vor Jahren Vegetarier wurde und zumal sie Paprika, Zucchini und Co. ohnehin seit jeher mag.

Einfache, regionale Kost

Wie, natürlich, auch Kartoffeln, die sie fürs heutige Bauernomelett („einfache, regionale Kost“) frisch gekocht hat. Früher, erinnert sich die langjährige Leiterin der Nikolaus-Groß-Grundschule, wurden derweil vom Vortag übrig gebliebene Erdäpfel verwendet: „Bei uns zu Hause wurde nicht viel weggeworfen.“ Und so hat sie früh erfahren, dass sich auch aus Essensresten Leckeres kochen lässt. Zum Beispiel ein Bauernomelett, „das in Hessen übrigens Hoppel-Poppel heißt“.

Ebendort, genauer gesagt in der Koch-AG einer Herborner Schule, hat Gisela Brodersen einst Braten, Backen und Co. gelernt – „und von meiner Mutter, die echt toll kochen konnte“. Dass die sich damals sehr gefreut habe über ihren AG-Besuch, erzählt die 66-Jährige, während sie die Eier mit einem Schuss Mineralwasser schaumig schlägt – „sie sagte, dann habe sie künftig an jedem zweiten Sonntag kochfrei“.

Zutaten aus dem Schrebergarten der Großeltern

Bodenständige Gerichte, für die früher gern auch Zutaten aus dem Schrebergarten der Großeltern in Essen verarbeitet wurden, aber nur selten Fleisch, hätten ihren Kochstil bis heute geprägt, sagt Gisela Brodersen (mitunter aber kocht sie, die ihre Lebensmitteleinkäufe sehr bewusst plant, auch indisch).

Inzwischen ist die Eimasse in der Pfanne gestockt, die Bauernomeletts sind servierfertig. Genug erzählt, Gisela Brodersen bittet zu Tisch: „Guten Appetit!“

Meine Zutatenliste

Für 4 Portionen:4-6 Eier, 2 Zwiebeln, etwas krause Petersilie, ca. 100 ml Mineralwasser, 200 - 300 g Kartoffeln, Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Butterschmalz Für zwei Omeletts klassisch zusätzlich: 100g durchwachsener SpeckFür zwei vegetarische Omeletts zusätzlich:100 g Räuchertofu, 1-2 Lauchzwiebeln,⅓ Zucchini, ¼ Paprika, 100 g Kirschtomaten

Und so geht’s

1. Kartoffeln waschen, mit Schale kochen, pellen, würfeln.
2. Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.
3. Lauchzwiebeln putzen, waschen, in Ringe schneiden.
4. Speck würfeln, ebenso den Räuchertofu
5. Petersilie waschen, trocken schütteln, klein schneiden.
6. Gemüse putzen und klein schneiden.
7. Kartoffeln in Butterschmalz in einer Pfanne anbraten.
8. Speck und Zwiebeln anbraten, salzen und pfeffern.
9. Eier mit Mineralwasser verquirlen, ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen.
10. Die Hälfte der Ei-Mischung über die Kartoffeln gießen, dann die Lauchzwiebeln hinzufügen.
11. Omelett bei mittlerer Temperatur stocken lassen, dann zur Hälfte umklappen, mit Petersilie bestreuen, servieren.
11. Das zweite, vegetarische Omelett wird genauso zubereitet, wobei zunächst der Räuchertofu angebraten wird, dann kommen das Gemüse und zuletzt die Ei-Mischung hinzu.