Das Fest braucht einen Kümmerer
30.08.2009 | 16:53 Uhr 2009-08-30T16:53:00+0200
Viele Meinungen und neue Ideen: Um das Altstadtfest der Zukunft ging es bei einer Gesprächsrunde am WAZ-Mobil.
Einigkeit am WAZ-Mobil: Ein Hauptsponsor fürs Altstadtfest hat Vor- und Nachteile, die gegeneinader abgewogen werden müssen. „Ein Sponsor ist kein Mäzen”, sagt Axel Schuldes vom Kulturbüro. Andreas Bomheuer nickt: „Zu bedenken ist auch die Abhängigkeit”, so der Kulturdezernent. Altstadt-Wirt Martin Grewer meint: „Mit einem Hauptsponsor wird es schwierig für Wirte mit Bierständen.”
Die zentrale Frage ist: großes oder kleines Altstadtfest? Eine Debatte, die sich jährlich wiederholt. Für Bomheuer gehört die Diskussion zur „Perfomance” des Festes dazu. „Wir wollen nicht Bochum Total kopieren”, sagt Bomheuer. Und verweist auf die Konkurrenz in Witten und Essen. Martin Grewer würde ein größeres Fest begrüßen – als Wirt und als Besucher.
Andreas Bomheuer hält dagegen: „Warum Teures von außen holen, wenn wir eigenes Potenzial nutzen können.” Schuldes sieht es ähnlich: Der Freitag sei ein Hattinger Tag gewesen. Mit starken lokalen Künstlern wie Lutz Deterra oder den Bands am Bunker.
Das Fest in die Hände einer Agentur legen?
Nächster Punkt: Sollte eine Agentur das Altstadtfest betreuen? Der Vorstoß von Georg Hartmann vom Stadtmarketing stößt auf Kritik: „Es scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein”, sagt Bomheuer. Hartmann solle die Vorteile klar auf den Tisch legen. Bei gleicher Qualität und bei gleichem Geld könne man dies prüfen. Grewer dazu: „Eine Agentur würde ein Sponsorenpaket bringen.” Schuldes sieht die Möglichkeit, Arbeit auf mehrere qualifizierte Schultern zu verteilen. Bomheuer gibt zu bedenken: Die Agentur will Geschäfte machen. Es bestehe die Gefahr, dass Hattingen austauschbar wird.
Wie steht es mit der Beteiligung der Wirte? „Es ist schwierig, alle an einen Tisch zu bekommen”, sagt Grewer. Einige kämen nicht zu Treffen, es fehle ein Vertreter der Wirte. „Die Stadt müsste uns entgegenkommen und die Konzessionskosten senken. 800 Euro für drei Tage ist viel Geld”, sagt er. Bomheuer sieht das anders: „Es kann nicht sein, dass die Stadt viel Geld in die Hand nimmt und die Wirte sich nicht beteiligen.” Er will für 2010 aber unbedingt den Dialog. Dazu schlägt Axel Schuldes vor: „Das Fest braucht einen Kümmerer.”
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