Comic-Helden zieren Longboards

Jan (12)
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Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Beim Ferienspaß im HAZ bauen 13 Kinder in dieser Woche eigene Longboards. Ab Mittwoch werden die Bretter auch farblich gestaltet.

Hattingen..  Aus der Werkstatt des HAZ dringt der Lärm einer Stichsäge. Aus 14 gepressten Brettern sägt Steffen Ludwig die Grundform für übergroße Skateboards. Zeitgleich fährt Max (14) mit einem großen Hobel über die Kante seines bereits zugeschnittenen Bretts. „Ich habe mir die Surfbrettform ausgesucht“, sagt der Schüler, ehe er mit dem Schleifpapier zu den Feinarbeiten an der Holzkante ansetzt. Eine Werkbank weiter zeichnet Mattis (10) mit Schablone, Bleistift und Lineal den Ausschnitt für die Achsen ein. „Das ist ein bisschen schief“, sagt Kursleiter Ludwig, ehe er mit der Stichsäge die nächsten Rohlinge in Form bringt.

Gemeinsam mit insgesamt 13 Kindern baut Ludwig in dieser Woche im Rahmen des Ferienspaßes Longboards. Die Bretter hat der Tischler und Heilpädagoge bereits im Voraus gepresst, über alle weiteren Details entschieden die Kinder selbst: die genaue Größe und Form des Brettes, die Farbe der Achsen und Rollen. Und natürlich das Design auf der Unterseite. Denn für die individuellen Fortbewegungsmittel sind die Lieblingsmotive das Wichtigste.

Vor allem Comic- und Actionfiguren stehen bei den Kindern hoch im Kurs. „Ich werde einen Minion auf die Unterseite malen“, sagt Mattis, während sich Max im Internet bereits einige Motive ausgesucht und mitgebracht hat. „Am Dienstag werden wir sicher noch mit den Achsen und Rollen beschäftigt sein, ab Mittwoch geht es dann ans Malen“, sagt Ludwig.

Das HAZ bietet den Kursus in den laufenden Sommerferien bereits zum zweiten Mal an: 14 Kinder haben bereits in der Vorwoche in der Werkstatt gestanden und ihre Ideen auf die Bretter gemalt.

Außerhalb der Ferien baut Ludwig die Longboards regelmäßig mit arbeitslosen Jugendlichen. „Bei HAZ bieten wir den Kursus als Aktivierungshilfe an. Da lag es nahe, auch ein Ferienspaß-Projekt daraus zu machen“, sagt der Tischler und Heilpädagoge. Ein eigenes Longboard ist für ihn aber bisher nicht herausgesprungen.

Ein Fahrtraining brauchen die meisten Kinder aus dem Kursus nach dem Ausflug in die Werkstatt übrigens nicht. „Ich hab’ das Fahren auf dem Longboard meines Bruders gelernt. Jetzt muss ein eigenes her“, sagt etwa Max. Und auch Kaylep (13) ist bereits sicher auf vier Rollen unterwegs. Nicht zuletzt aufgrund des Ferienspaß-Skateboard-Kurses des Vereins Rollkultur, der in der ersten Ferienwoche stattgefunden hat: „Dort habe ich einen Trick gelernt und jetzt baue ich mir das Longboard dazu.“