Choralmusik und Folk vereint
29.05.2011 | 14:25 Uhr 2011-05-29T14:25:00+0200
Hattingen. Pro Musica Vocale und Ivan Danilov bei Blankensteiner Abendmusik.
Der Choral Pro Musica Vocale aus Sprockhövel unter Leitung von Claudia Dienst und Gitarrist Ivan Danilov präsentierten am Samstagabend bei der Blankensteiner Abendmusik einen bunten Querschnitt aus Choralmusik und Folk.
Die Lust am Musizieren klingt aus jedem einzelnen Ton: Bereits in dem schwedischen Volkslied „Vattenkanon“ überzeugen die Gäste aus der Nachbarstadt und Ivan Danilov mit wundervoll homogenem Chorklang, gut gehaltenen Tempi und einer ausdrucksstarken Gestaltung, in der die spröde, herbe Schönheit der nordischen Landschaft zum Klangerlebnis wird.
Ergreifende Eindringlichkeit spricht auch aus der innigen Melodie des „Sommarpsalm“ von Waldemar Ahlen (1894-1982). Eine unerfüllte Liebe ist Thema des amerikanischen Folksongs „Shenandoah“: Zur stilsicheren Begleitung von Ivan Danilov entführen die Sänger von Pro Musica Vocale das Publikum in der vollbesetzten Blankensteiner Kirche mit einem glasklaren, hell schwebenden Chorklang voll bebender Sehnsucht in die Weiten des Missouri – eine packende Interpretation, die die Zuhörer zu spontanem Applaus mitreißt.
Mit zügigen Tempi und augenzwinkerndem Humor präsentieren die Musiker das englische Shanty „What Shall We Do With A Drunken Sailor“: Der Rhythmus des Liedes gerät mit zunehmender Trunkenheit immer mehr ins Stocken. Wie ein melancholisch überhauchtes Vor-sich-hin-Träumen klingt Ivan Danilovs bezaubernde Interpretation des irischen Volksliedes „Sally Gardens“.
Nach zwei geistlichen Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) – „Dona nobis pacem“ und „Ave verum corpus“ – stehen mit „Alta Trinità beata“ und „Dindirin“ zwei Renaissancewerke auf dem abwechslungsreichen Programm. Das Wunder der Geburt beschwört Morten Lauridsen (*1943) voll packender Intensität in „O magnum mysterium“. John Rutters (*1945) „God Be In My Head“ und Maurice Duruflés (1902-1986) „Notre Père“ vereinen sich zu einer inständigen Bitte an Gott.
Gläubiges Vertrauen klingt auch aus Johann Sebastian Bachs (1685 – 1750) „Befiehl du deine Wege“. Virtuosität und Stilsicherheit kann der 18-jährige Ivan Danilov, Jung-Student an der Wuppertaler Musikhochschule, in Bachs Cellosuite Nr. 1 und der Bourrée e-Moll aus der Lautensuite unter Beweis stellen.
Mit der Volksweise „Der Mond ist aufgegangen“, die das Publikum mitsingt, klingt ein besinnlicher und ergreifender musikalischer Abend in der Kirche an der Burg aus.
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