Catharina inszeniert den Moment

Die Hattinger Balletttänzerin und Lehramtsstudentin Catharina Nielsen lässt sich für eine Hausarbeit filmen. Vier Bodybuilder unterstützen.Fotos:Ralf Rottmann
Die Hattinger Balletttänzerin und Lehramtsstudentin Catharina Nielsen lässt sich für eine Hausarbeit filmen. Vier Bodybuilder unterstützen.Fotos:Ralf Rottmann
Foto: Funke Foto Services
Úngewöhnliche Prüfung: Kunststudentin aus Hattingen hat in mehreren Videosequenzen flüchtige Begegnungen dargestellt.

Hattingen..  Begegnungen mit anderen Menschen widerfahren uns jeden Tag. Catharina Nielsen erlebt sie auf dem Campus der Technischen Universität Dortmund. Und das im Auftrag der Kunst für eine nicht ganz gewöhnliche Prüfung: Die Hattinger Kunststudentin hat sechs Begegnungen in Szene gesetzt – dabei trifft sie als Balletttänzerin auf Bodybuilder.

„Es dreht sich alles um flüchtige Begegnungen auf dem Campus. Man kennt sich vom Sehen, aber geht nach einer kurzen Weile doch wieder aneinander vorbei“, beschreibt die Hattingerin den Hintergrund. Es bleibt von den Begegnungen oft nur eine Momentaufnahme, in der sich Gegensätze kurzzeitig näher kommen. Genau diese Momente hat Catharina Nielsen in einer Videosequenz von anderthalb Minuten festgehalten.

Mit einem rosafarbenen Tutu bekleidet geht Catharina Nielsen auf die sechs Bodybuilder zu, die sie für die Aufnahme gewinnen konnte. Sie wird von ihnen angehoben, einmal im Kreis gedreht und wieder abgesetzt. Danach verlässt sie das erste Bild und erscheint direkt auf einem zweiten Monitor neben dem ersten. Auf insgesamt sechs Bildschirmen, die für die Prüfung an der Uni im Halbkreis aufgestellt worden sind, präsentiert sie ihr Projekt. „Ich habe ein Programm benutzt, das zehntelgenau die Übergänge schneiden kann“, erzählt die Studentin.

Die Begegnungen mit den Bodybuildern finden übrigens alle auf dem Gelände der Dortmunder Uni statt. Unterhalb der Hoch-Bahn, an einem Springbrunnen, im Foyer des IT-Institutes und im Emil-Figge-Gebäude. Dieselben Personen agieren so an verschiedenen Orten. Vor der Begegnung stehen die Männer seitlich, danach frontal. „Man lernt sich durch die Begegnung kennen, vorher weiß man nicht, wer hinter dem Profil steckt“, erklärt Catharina Nielsen. Anderthalb Monate hat sie täglich an der Vorbereitung ihrer Prüfung gearbeitet. Noch am Tag der Präsentation hat sie die Musik einer Spieluhr eingebaut.

Benotet wurde sie übrigens mit einer 1,3. Damit ist Catharina Nielsen zufrieden, denn ihre Arbeit mit dem Videodreh hat keinen Abzug bekommen. Abzug gab es bei einer Frage im mündlichen Teil. „Das ärgert mich schon ein bisschen“, sagt die Kunstliebhaberin, die sich schon früh für den Bereich interessierte und am Gymnasium Holthausen den Leistungskurs Kunst wählte.

Ihr vorläufiges Ziel ist erstmal das Lehramt, sie möchte an einer Schule Erfahrungen sammeln. Später schlägt Catharina Nielsen dann eventuell noch eine andere Richtung ein. „Ich studiere vielleicht noch Kunstgeschichte“, überlegt sie.